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Kaiserschnitt auf Wunsch: Das spricht dafür - und dagegen

Es gibt einige Dinge, die für einen Wunschkaiserschnitt sprechen. Aber auch Risiken für Mutter und Kind, die Schwangere nicht unterschätzen sollten. Im Video erfährst du mehr.

Dienstag, 15.05.2018
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1:17 min

Ein Kaiserschnitt auf Wunsch – diese Entbindungsmethode wird bei vielen Frauen immer beliebter – und das, obwohl eigentlich keine medizinische Notwendigkeit für den Eingriff vorliegt. 2015 war in Deutschland fast jede dritte Entbindung eine Schnittentbindung. Laut der Weltgesundheitsorganisation wären aber nur zehn bis fünfzehn Prozent medizinisch notwendig.

Was spricht für den Eingriff?

Forscher der University of Edinburgh haben herausgefunden, dass ein Kaiserschnitt das Risiko für Inkontinenz und Probleme mit dem Beckenboden minimieren kann. Auch Dammrisse oder -Schnitte finden dabei nicht statt. Ein Vorteil, denn die Abheilung sorgt regelmäßig für Probleme und Schmerzen. Zudem können sich die werdenden Eltern auf einen fixen Termin einstellen – perfekt, um alles für die Geburt eines Babys vorzubereiten und sich auf den Familienzuwachs einzustellen.

Wie läuft ein Kaiserschnitt ab?

Der Ablauf einer Schnittentbindung besteht aus folgenden Schritten: Zunächst wird die werdende Mutter durch regionalen Betäubungsverfahren wie eine Spinalanästhesie oder Periduralanästhesie betäubt. Das heißt, sie erlebt den Eingriff bei vollem Bewusstsein, fühlt aber keine Schmerzen. Eine Vollnarkose wird nur in Notfällen oder Ausnahmefällen eingesetzt.

Sobald die Anästhesie wirkt, wird ein Schnitt unterhalb der Schamhaargrenze gesetzt. Anschließend öffnet ein Arzt die Bauchdecke Schritt für Schritt. Das geschieht entweder durch Schnitte mit Schere oder Skalpell oder durch sanftes Auseinanderreißen der einzelnen Schichten mit den Fingern (Misgav-Ladach-Methode). Anschließend wird die Gebärmutter geöffnet und das Kind geholt. Je nach angewendeter Kaiserschnitt-Technik kann der Ablauf leicht variieren.

Geplanter Kaiserschnitt: Was spricht dagegen?

Besteht keine medizinische Notwendigkeit für einen Kaiserschnitt, raten viele Ärzte und Hebammen von dem operativen Eingriff ab. "Nach Kaiserschnitten schreien Kinder mehr und lassen sich nicht so leicht beruhigen. Es kann schlicht zu früh für sie sein," erklärt Hebamme Veronika Wolff in der Online-Ausgabe der Süddeutschen Zeitung.

Auch Wolf Lütje, Chefarzt der Klinik für Geburtshilfe am Amalie-Sieveking-Krankenhaus in Hamburg, hält nicht viel von dieser Art der Geburt, wie er gegenüber Spiegel Online klarstellt: "Stellen Sie sich vor, Sie wohnen im zweiten Stock eines Hauses und schlafen. Plötzlich reißt Sie jemand aus dem Bett und schmeißt Sie aus dem Fenster in einen Pool. Sie werden nach Luft schnappen und irgendwie klarkommen. So ist für Kinder eine geplante Kaiserschnittgeburt." Wie wir geboren werden, ist seiner Meinung nach nämlich alles andere als egal.

Warum Kaiserschnitte außerdem gefährlich für Mutter und Kind sein können, erklären wir oben im Video.

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