Endometriose: Symptome und Behandlung

FREITAG, 24.08.2018

Von Endometriose ist die Rede, wenn Gebärmutterschleimhaut sich außerhalb der Gebärmutter ansiedelt. Viele Frauen haben dann mit starken Regelschmerzen zu kämpfen. Mit welchen weiteren Symptomen Endometriose einhergeht, wie die Behandlung aussieht und welche Auswirkungen die Krankheit bei Kinderwunsch hat, verraten wir hier.

Endometriose ist eine der häufigsten Frauenkrankheiten in Deutschland. Hierzulande erkranken schätzungsweise 40.000 Frauen jedes Jahr daran. Doch nicht immer bemerken Betroffene die Krankheit auch, weshalb sie oft unerkannt bleibt.

Was ist Endometriose?

Bei einer Endometriose wächst die Gebärmutterschleimhaut an Körperstellen, an denen sie eigentlich nicht wachsen sollte. Betroffen ist vor allem die Region des Beckens – dort unter anderem die Muskulatur der Gebärmutter, die Eierstöcke und Eileiter. Auch im sogenannten Douglas-Raum, dem Bereich zwischen dem Darm und Rückseite der Gebärmutter, sind oft sogenannte Endometriose-Herde vorzufinden.

Endometriose ist eine chronische Krankheit, deren Wucherungen zwar gutartig sind, jedoch Beschwerden wie starke Schmerzen bei der Menstruation mit sich bringen.

Was sind die Ursachen einer Endometriose?

Die genauen Ursachen für eine Endometriose sind nicht klar und lassen sich daher lediglich vermuten. Es gibt ein paar Erklärungsansätze, die Wissenschaftler bislang jedoch noch nicht nachweisen konnten. So gehen einige davon aus, dass Zellen der Gebärmutterschleimhaut bei der Menstruation durch die Eileiter verschleppt werden. Auch über das Blut und die Lymphgefäße sowie durch Operationen soll sich Gebärmutterschleimhaut an anderer Stelle ansiedeln können.

Andere Wissenschaftler vertreten hingegen die Ansicht, dass die Herde der Erkrankung aus Bauchhöhlenzellen an Ort und Stelle entstehen. Wiederum Dritte machen ein gestörtes Zusammenspiel von Hormonen dafür verantwortlich. Und da Endometriose in manchen Familien gehäuft auftritt, scheinen genetische Faktoren auch eine Rolle zu spielen.

Endometriose erkennen: Was sind die Symptome?

Während einige Frauen keinerlei Beschwerden haben, leiden andere häufig unter starken Regelschmerzen, da auch das gewucherte Gewebe am monatlichen Zyklus beteiligt ist. Sie werden oft als krampfartig erlebt und können von Übelkeit, Erbrechen und Durchfall begleitet sein. Mitunter fallen die Regelschmerzen so stark aus, dass Betroffene regelrecht arbeitsunfähig sind.

Je nachdem, welche weiteren Organe noch von den Wucherungen betroffen sind, kann es auch zu Störungen im Zyklus, Schmerzen beim Sex, Unfruchtbarkeit, Problemen beim Wasserlassen und Blut im Stuhl oder Urin kommen. Befindet sich der Herd zwischen Darm und Gebärmutter, sind Rückenschmerzen ein häufiges Anzeichen für Endometriose. Im Verlauf der Erkrankung können sich Endometriose-Herde außerdem vergrößern. Die Bildung von Zysten ist ebenfalls möglich.

Endometriose bei Kinderwunsch

Frauen mit Endometriose haben ein erhöhtes Risiko, nicht schwanger zu werden. Abhängig ist dies vor allem vom Stadium der Krankheit.

Im Eierstock kann das Gewebe die Eireifung und den Eisprung behindern. Wuchern die Herde im Eileiter, bedeutet das wiederum Probleme mit der Befruchtung und dem Eitransport. Um den Bereich der Gebärmutter kann Endometriose zudem Auswirkungen auf die Einnistung des Eis haben.

Die im Unterleib verirrten Schleimhautnester können die weiblichen Fortpflanzungsorgane also gehörig aus dem Takt bringen. Ausgeschlossen sind Schwangerschaften trotz Endometriose aber nicht unbedingt.

Beratungsgespräch zwischen Mann und Frau

Lediglich eine Bauchspiegelung kann Aufschluss über einen Endometriose-Befall geben. Der Arzt führt vorher eine Anamnese durch, bei der Ablauf und Fragen geklärt werden können.

Diagnose: Wie kann man Endometriose feststellen?

Da viele Frauen keine Symptome haben, bleibt Endometriose meist unentdeckt. Doch selbst wenn Betroffene die typischen Anzeichen vorweisen, können Symptome wie etwa Regelschmerzen verschiedene Ursachen haben und damit auch auf andere Erkrankungen hinweisen.

Eine zweifelsfreie Diagnose ist erst mithilfe einer Bauchspiegelung möglich. Die sogenannte Laparoskopie erfolgt unter Vollnarkose und erfordert zwei kleine Einschnitte in der Bauchdecke. Über diese führt der Arzt eine Kamera ein, wodurch sich Endometriose-Herde gut erkennen lassen. Auch können auf diesem Wege gleich Gewebeproben entnommen werden, um den Verdacht einer Endometriose im Labor zu bestätigen oder zu entkräften.

Obwohl eine solche Laparoskopie ein Routine-Eingriff ist, geht sie wie jede andere OP mit gewissen Risiken einher. Daher wird sie auch nur nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Gefahren durchgeführt. Dazu ist zunächst eine Anamnese durch den behandelnden Arzt notwendig, bei der beispielsweise Vorerkrankungen, Lebensumstände oder die Einnahme von Medikamenten berücksichtigt werden.

Endometriose und ihre Behandlung

Wurde tatsächlich eine Endometriose diagnostiziert, kann diese medikamentös oder operativ behandelt werden. Die Behandlung mit Medikamenten zielt in erster Linie darauf ab, die Schmerzen und Krämpfe in Verbindung mit der Regelblutung zu lindern. Denkbar sind daher Schmerzmittel sowie hormonelle Wirkstoffe wie die Antibabypille, die den Eisprung unterdrücken.

Manchmal erfolgt die Entfernung der Endometriose-Herde auch unmittelbar nach der Feststellung über die Laparoskopie. Im Rahmen der OP entfernt der behandelnde Arzt die Wucherungen unter Vollnarkose durch einen Laser oder elektrische Diathermie, also Wärme.

Zusammenfassung der Redaktion:

Unter Endometriose versteht man Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut an Stellen, an denen sie eigentlich nicht wachsen sollte. Die Erkrankung kann mit Symptomen wie starken Regelschmerzen einhergehen und die Fruchtbarkeit einer Frau beeinträchtigen. Wie Endometriose eigentlich entsteht, darüber rätseln Ärzte und Wissenschaftler noch heute. Fest steht: Die Herde lassen sich sowohl auf medikamentösem als auch auf operativem Wege entfernen.

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