Tantra-Sex: Tipps für den Alltag

DIENSTAG, 11.12.2018

Tantra – die indische Liebeskunst verspricht Tiefenentspannung gepaart mit rauschartigen Orgasmen. Du willst dich auf das sinnliche Abenteuer einlassen? Wir verraten dir, was es mit der Tantra-Massage auf sich hat und wie du Tantra-Praktiken ganz einfach in deinen Alltag einbauen kannst.

Was ist Tantra? Wer noch nie davon gehört hat, mag sich fragen, was hinter dem Begriff steckt. Die Antwort: Eine uralte Lehre, die erst einmal nichts mit Sex zu tun hat, sondern einen bewussten Lebensstil propagiert. Tantriker sehen den Menschen ganzheitlich – und dieser Aspekt wird schließlich auch in die Sexualität eingebracht.

Was ist eine Tantra-Massage? 

Bei einer Tantra-Massage handelt es sich nicht um eine Massage im herkömmlichen Sinne. Es geht dabei nämlich nicht in erster Linie darum, Muskeln zu lockern und zu entlasten. Stattdessen sollen Anspannungen gelöst werden, und zwar spirituelle und sexuelle.

Gut zu wissen: Ein Orgasmus ist bei der Tantra-Massage erst einmal kein Muss, sondern ein willkommener Nebeneffekt. Das Ziel des erotischen Rituals ist, dich völlig zu entspannen und fallen zu lassen. Es geht darum, dass du dich und deinen Körper kennenlernst und auf diese Weise auch herausfindest, was dir Lust bereitet. Lust gilt im Tantra als größte Energiequelle überhaupt. Im Idealfall verbinden sich Spiritualität und Sexualität bei einer Tantra-Massage miteinander. Das Ergebnis: ein perfekter Höhepunkt.

Tantra: Der Weg ist das Ziel

Wer möchte, kann sich für eine professionelle Tantra-Massage entscheiden. Seriöse Anbieter kannst du über das Internet finden, aber Vorsicht: Erotisch sollten sich die Masseure dabei nicht präsentieren. Auch die Behandlungsdauer kann Aufschluss über die Qualifikation eines Masseurs geben. Bei zu kurzen Massage-Zeiten ist Skepsis angesagt. Schließlich ist es kennzeichnend für eine Tantra-Massage, sich Zeit zu lassen. Einen guten Anbieter kannst du unter anderem über den Tantra-Massage-Verband finden.

Falls du dich auf das Abenteuer Tantra lieber in gewohnter Umgebung einlassen möchtest, kannst du dich auch zu Hause und mit deinem Partner erst mal an die Sache herantasten. Diese Tipps funktionieren im Alltag:

Die richtige Vorbereitung

In sexuellen Tantra-Ritualen werden Körper und Geist zunächst auf die sexuelle Erregung vorbereitet, um diese im Anschluss auf spirituelle Weise erfahren zu können. Neben Massage- und Atemtechniken gibt es zahlreiche Übungen, die dir den Weg in die Spiritualität ebnen können.

Traditionelle Rituale dauern im Tantra häufig mehrere Tage. Daher gibt es heutzutage auch vereinfachte Versionen, die wesentlich verkürzt und somit für den Alltag geeignet sind. Um ein Tantra-Ritual vollziehen zu können, ist die Vorbereitung der Umgebung sowie des eigenen Körpers von großer Wichtigkeit.

Mann massiert Frau im Bett

Lass dich auf das Abenteuer Tantra-Massage ganz langsam ein – und hab Spaß!

Die Atmosphäre

Eine entspannte und wohlige Atmosphäre ist beim Tantra unerlässlich. Reinige daher zunächst den Raum und stelle Räucherstäbchen auf. Sorge für eine behagliche Temperatur und angenehmes Licht. Gestalte eine Art Liegewiese, auf der dein Partner und du euch niederlassen könnt. Duftende Öle und entspannende Musik sind schöne Ergänzungen. Wichtig: Räume alle Störfaktoren aus dem Weg. Schalte TV-Apparate, Telefone, Laptops und Handys aus. Wenn dir danach ist, kannst du auch die Hausklingel deaktivieren. So sicherst du dir und deinem Partner eine ruhige, intensive und ungestörte Zeit.

Tantra-Sex: Äußere und innere Reinigung

Die äußere Reinigung ist im Tantra sehr wichtig und kann zum Beispiel durch ein gemeinsames Bad erfolgen. Reinigt euch gegenseitig mit den Händen oder einem weichen Schwamm. Lass dabei keine Stelle am Körper deines Partners aus. Die innere Reinigung kann durch gezielte Atemtechniken, Tantra- oder Yoga-Übungen erreicht werden.

Als Nächstes bereitest du die Pancha Makara, zu Deutsch "fünf Ms", vor. Die stehen im Tantra für die Elemente Wasser, Feuer, Luft, Erde und Raum und dazu gehören: Fleisch (Mamsa), Fisch (Matsya), gerösteter Weizen (Mudra) und Wein (Madya). Welche Speisen du dazu passend auswählst, liegt bei dir. Möglich wären zum Beispiel Schinken, Thunfisch, Brot und Rotwein. Das fünfte M bezieht sich auf die sexuelle Vereinigung (Maithuna), die am Ende des Rituals erfolgt.

Das Tantra-Ritual beginnt

Bereits nackt geht ihr Hand in Hand in den vorbereiteten Raum. Stellt euch dann gegenüber und verneigt euch voreinander, so heißt es im Buch "Tantra – Geheimnisse östlicher Liebeskunst" von Kalashatra Govinda. Setzt euch nun im Schneide- oder Yoga-Sitz einander gegenüber und reicht euch die Hände. Blickt euch für mindestens eine Minute lang in die Augen. Sagt euch auf ein Zeichen hin dreimal das Mantra "Om" – einmal für die weibliche Urenergie, einmal für die männliche Urenergie und einmal für die universelle Einheit.

Esst und trinkt nun gemeinsam von den vorbereiteten Getränken und Speisen. Im Anschluss könnt ihr gemeinsam meditieren oder euch gegenseitig massieren. Wie eine solche Tantra-Massage funktioniert, erklären wir hier. Gern könnt ihr die Tantra-Massage mit ätherischen Ölen oder sonstigen Stimmungsmachern aufpeppen. Achtet darauf, dass an eurem gemeinsamen Abend ein fortlaufender Körperkontakt besteht. Kappt eure "Verbindung" nicht. Streichelt euch langsam und zärtlich, vertreibt Gedanken an zukünftige Erledigungen und widmet euch nur dem sich langsam aufbauenden Liebesspiel, bis ihr beide für das Maithuna bereit seid.

Maithuna: Langsam zum Höhepunkt

Maithuna ist ein Teil des Tantra und beschreibt die spirituelle Vereinigung eines Liebespaares. Dieses Ritual dauert meist mehrere Stunden bis hin zu Tagen und soll das sexuelle Bewusstsein erweitern. Bei dieser Art der sexuellen Vereinigung ist es wichtig, nicht die schnelle Befriedigung anzustreben, sondern ganz im Gegenteil, den Höhepunkt so lange wie möglich hinauszuzögern.

Vor allem für den Mann kann es beim Tantra hilfreich sein, die Penetration hin und wieder zu unterbrechen, um dieses Ziel zu erreichen. Auch ein veränderter Rhythmus und zwischenzeitliches Innehalten können den Höhepunkt hinauszögern. Eine weitere Technik, um die männliche Ejakulation vorerst zu unterdrücken, ist, Druck auf den sogenannten Jen-Mo-Punkt auszuüben. Diese Technik kann dem Mann letztlich sogar multiple Orgasmen bescheren

Tantra-Yoga für Einsteiger

Tantra-Yoga ist eine Form des Kundalini-Yogas, einer jahrtausendealten, hinduistischen Lehre. Dabei geht es um das Erwecken einer im Menschen schlummernden Energie, mit der man jede Bewegung und jede Interaktion intensiver und bewusster wahrnimmt – auch Sex! Mit den folgenden Übungen kannst du deine Sinne ansprechen:

Selbstmassage/Tantra-Massage

Tantra-Yoga ist eine Form des Kundalini-Yogas, einer jahrtausendealten, hinduistischen Lehre. Dabei geht es um das Erwecken einer im Menschen schlummernden Energie, mit der man jede Bewegung und jede Interaktion intensiver und bewusster wahrnimmt – auch Sex! Mit den folgenden Übungen kannst du deine Sinne ansprechen:

Yab-Yum-Position

Die Yab-Yum-Position machst du mit deinem Partner. Während er mit geöffneten Beinen dasitzt, setzt du dich auf ihn, sodass eure Oberkörper direkt aneinander liegen. So werden eure Herzen und die Chakren, also Energiezentren, zusammengeführt, was euren Energiefluss stärkt.

Übereinandergleiten

Auch diese Übungen des Tantra-Yogas machst du am besten mit deinem Partner. Du kannst sie aber auch allein auf einer eingeölten Matte machen. Und so geht’s: Ihr seid nackt und seid von oben bis unten mit Öl eingerieben. Legt euch aufeinander und lasst eure Körper übereinander gleiten. Fühlt die Reibung und die Berührung der erogenen Zonen. Hierbei dürft ihr auch einen sexuellen Höhepunkt erleben.

Tantra-Massage: Buchempfehlung

Du möchtest dich tiefer #gehend mit dem Thema Tantra-Sex auseinandersetzen? Eine Möglichkeit, in das Thema hineinzuschnuppern, sind Bücher. Die Auswahl an passenden Büchern zu Tantra-Massagen ist groß – hier sollte für jeden Geschmack und jede Lebenslage etwas dabei sein. Möchtest du etwa mehr über die Grundlagen der indischen Liebeskunst erfahren, kannst du beispielsweise zu dem Buch "Tantra – die hohe Schule der Sexualität" greifen und das Gelernte anschließend gleich mit deinem Partner ausprobieren.

Einen etwas anderen Fokus – nämlich den auf den weiblichen Orgasmus beim Tantra-Sex, legt der Ratgeber "Zeit für Weiblichkeit: Der tantrische Orgasmus der Frau". Konkrete Anweisungen für eine sinnliche Tantra-Massage, die Erotik und Prickeln in euer Liebesspiel bringt, bekommt ihr dagegen in dem Werk "Partnermassage: heiß und erotisch".

Das sagt die Redaktion:

Falls du dein Sexleben auffrischen willst, ist Tantra-Sex definitiv ein Versuch wert. Mit den teilweise erotischen Übungen lernst du, deine Sinne intensiver wahrzunehmen. Gibst du dich der Ekstase hin, kannst du mit deinem Partner sogar multiple Orgasmen erleben

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