Sinnvoll: Berliner SPD will feministische Pornos fördern

MONTAG, 05.11.2018

Wenn es nach der Berliner SPD geht, sollen feministische Pornos demnächst vom Staat gefördert werden. Wir erklären, warum das eine sinnvolle Idee ist.

Dirty Diaries“ – unter diesem Titel finanzierte das Schwedische Filminstitut 2009 eine feministische Pornosammlung, die Sexualität in all ihrer Vielfalt zeigt.  Nach schwedischem Vorbild fordert das die Berliner SPD nun auch für Deutschland: Nachdem die Jusos bereits 2017 einen Antrag stellten, sprach sich die Partei auf ihrem Landesparteitag im vergangenen Juni für eine Filmförderung für feministische Pornofilme aus, wie unter anderem “Der Tagesspiegel“ berichtete. Und es gibt gute Gründe, die dafür sprechen.

Feministische Pornos: Das ist die Idee hinter dem Vorschlag

In dem entsprechenden Antrag der Jugendorganisation der SPD heißt es, dass Mainstream-Pornos in der Regel “sexistische und rassistische Stereotype“ zeigen: “In diesen Filmen wirkt Sex eher wie eine Performance oder Leistungssport: Alles funktioniert scheinbar auf Anhieb, es gibt keine Kommunikation zwischen den Darsteller*innen, kein Ausprobieren, Scheitern und Neu-Ausprobieren.“  Diese Darstellungsformen könnten die Zuschauer in ihrer Sexualität und im Menschenbild nachhaltig beeinflussen. “Auch Jugendliche starten damit viel zu oft mit völlig unrealistischen Vorstellungen in ihr Sexualleben und haben nicht die Möglichkeit ein selbstbewusstes Verhältnis zu sich, ihrem Körper, ihrer Sexualität und Gesundheit zu entwickeln.“

Zur besseren Bildung und Aufklärung fordern die Jusos “Dirty Diaries“ auch in Deutschland. Da im Internet kostenlose Mainstream-Pornos zu sehen seien, müssten feministische Pornos ihrer Ansicht nach “gebührenfrei, dauerhaft und niedrigschwellig verfügbar“ sein. Aber worin unterscheiden sich feministische Pornos genau von Mainstream-Filmen?

Feministische Pornos  – was steckt dahinter?

Feministische Pornofilme zeichnen sich dadurch aus, dass sie sexuelle Handlungen authentischer und vor allem in ihrer ganzen Vielfalt darstellen. Die Handlungen finden zudem gleichberechtigt statt, entwürdigende Darstellungen von Menschen haben in den Kurzfilmen keinen Platz. Und nicht nur in puncto Handlung wollen feministische Pornos eine Alternative zu Standard-Filmen der noch immer stark von Männern dominierten Branche sein: Sie setzen sich  darüber hinaus für gerechte Produktionsbedingungen am Filmset ein.

Mann und Frau im Bett pin

 Gegen Stereotypen: Werden feministische Pornos bald vom Staat finanziert? 

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