PMDD: Extremform von PMS – Depressionen vor der Regel

FREITAG, 10.11.2017

Wenn die Beschwerden vor dem Einsetzen der Periode weit über die üblichen Symptome von PMS herausgehen, kann es sich um PMDD handeln, eine Prämenstruelle Dysphorische Störung. Welche Symptome es gibt und was du tun kannst, erfährst du hier.

Vom klassischen Prämenstruellen Syndrom oder PMS sind Schätzungen zufolge fast 80 Prozent aller Frauen mehr oder weniger stark betroffen, heißt es bei "netdoktor.de". Treten die PMS-Beschwerden regelmäßig in einer besonders starken Form auf, wird auch von PMDD beziehungsweise PMDS gesprochen, einer Prämenstruellen Dysphorischen Störung. Laut "medscape.com" sind etwa drei bis acht Prozent aller Frauen von dieser Extremform des PMS betroffen.

PMS extrem: Was ist PMDD/PMDS und welche Symptome gibt es?

Die Prämenstruelle Dysphorische Störung äußert sich vor allem durch depressive oder labile Stimmungen, Angstgefühle, Aggressionen und leichte Reizbarkeit, die von rund zwei Wochen vorher bis zum Einsetzen der Periode auftreten können. In abgeschwächter Form sind diese Stimmungsschwankungen auch beim PMS zu finden. Darüber hinaus leiden von PMDD Betroffene oft an einer Reihe anderer Symptome. Dazu gehören:

  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • allgemeine Unlust
  • Lethargie
  • Appetitlosigkeit oder Heißhungerattacken
  • extreme Müdigkeit oder Schlaflosigkeit
  • Depressive Verstimmungen/Depressionen

Auch physische Beschwerden wie Schmerzen oder Schwellungen in den Brüsten, Kopf-, Gelenk- und Muskelschmerzen oder Blähgefühle können in den Tagen vor dem Einsetzen der Regel auftreten.

Verlauf von PMDD

Bereits nach der ersten Periode kann das prämenstruelle Syndrom auftreten. Am Häufigsten machen sich die Symptome allerdings im 2. bis 3. Lebensjahrzehnt bemerkbar. Frauen zwischen 30 und 40 Jahren sind diejenigen, die schließlich Hilfe beim Arzt suchen. Bevor es in den Wechseljahren zu einer Besserung kommt, kann sich das PMDD mit zunehmenden Alter oder nach einer Entbindung verschlimmern. Die Symptomatik kann übrigens in verschiedenen Zyklen variieren.

Was tun bei PMDD?

Manchen Frauen, die unter PMDD leiden, helfen Akupunktur oder Entspannungsübungen. Geht die Krankheit mit anderen psychischen Störungen einher, wird häufig auch eine Verhaltenstherapie eingesetzt, um die depressiven oder ängstlichen Phasen in den Griff zu bekommen. Aber auch Verhütungsmittel können helfen, die Beschwerden vor der Menstruation zu lindern. So berichtet eine Betroffene im britischen "Guardian", dass ein klassisches Kombinationspräparat aus Östrogen und Gestagen ihre PMDD-Symptome verstärkt habe. Das Absetzen der Pille während der Schwangerschaft habe jedoch dazu geführt, dass auch die schweren, PMS-artigen Beschwerden zurückgingen. Nach der Geburt ihres Kindes sei sie auf eine Minipille ohne Östrogen umgestiegen – die Prämenstruellen Dysphorischen Beschwerden hätten sich seitdem extrem gebessert.

Bei mittleren oder schweren depressiven Symptomen setzen Ärzte auch Antidepressiva ein, um von PMDD Betroffenen zu helfen. Daneben haben entzündungshemmende Mittel manchen Patientinnen schon Linderung verschafft. Eine medikamentöse Behandlung muss nicht automatisch bedeuten, dass die Medikamente über viele Jahre eingenommen werden müssen. Nach einem guten halben Jahr kann ein langsamer Absetzversuch unternommen werden. 

PMDD: Extremform von PMS – Depressionen vor der Regel

Die Extremform von PMS (PMDD) äußert sich in verschiedenen Formen des Unwohlseins bis hin zu Depressionen. Die Tage vor den Tagen kann für Frauen sehr unangenehm und belastend sein. Ärzte stehen diesen Patientinnen mit unterschiedlichen Behandlungen zur Seite und fördern damit wieder das Wohlbefinden.

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