Liebe & Lust

Verhütungsring: Anwendung, Kosten und Erfahrungen

MITTWOCH, 07.11.2018

Der Verhütungsring ist eine Verhütungsmethode auf Hormonbasis, die vom Prinzip her der Pille ähnelt. Wie der Ring funktioniert, was er kostet und welche Erfahrungen Frauen damit schon gemacht haben, erfährst du hier.

Der Verhütungsring, wie zum Beispiel der Nuvaring oder der Ginoring, erfüllt auf den ersten Blick einen großen Wunsch: Er bietet Unabhängigkeit – und das mit großem Komfort. Trotzdem solltest du dich nicht vom ersten Eindruck blenden lassen und für dich persönlich abwägen, ob das Verhütungsmittel für dich wirklich das Richtige ist.

Wie funktioniert der Verhütungsring?

Der Verhütungsring ist ein dünner, weicher Kunststoffring, der Östrogene und Gestagene – also weibliche Sexualhormone – enthält. Die Frau muss den biegsamen Ring selbst wie einen Tampon in die Vagina einsetzen. Dort setzt das Verhütungsmittel kontinuierlich Hormone frei, die von der Vaginalschleimhaut aufgenommen werden.

Verhütungsring

So sieht der Nuvaring aus.

Durch die Abgabe der Hormone wird der Eisprung verhindert. Darüber hinaus verflüssigen sie die Muttermundschleimhaut, sodass Spermien kaum eindringen können.

Den Verhütungsring entfernt die Frau nach drei Wochen wieder. Dann ist das Hormon-Reservoir aufgebraucht. Es folgt eine menstruationsähnliche Blutung. Nach einer Pause von sieben Tagen kann sie anschließend einen neuen Ring einsetzen.

Wie sicher ist der Verhütungsring?

Der Vaginalring hat laut "pro familia" einen Pearl-Index von 0,4 bis 0,65. Das bedeutet, dass bei richtiger Anwendung von 100 Frauen, die mit dem Ring verhüten, innerhalb von zwölf Monaten weniger als eine ungewollt schwanger wird. Zum Vergleich: Die Pille hat einen Pearl-Index von 0,1 bis 0,9.

Voraussetzung ist allerdings, dass der Ring richtig eingesetzt wurde. Das erfordert durchaus etwas Geschick, was den Ring zu einem Verhütungsmittel für eher erfahrene Frauen macht.

Was du außerdem noch beachten solltest: Der Verhütungsring schützt zwar vor einer Schwangerschaft, aber nicht vor HIV beziehungsweise AIDS und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten.

Nuvaring, Ginoring und Co.

Lange Zeit war der altbekannte Nuvaring der einzige Verhütungsring auf dem Markt. Mittlerweile hat das Präparat aber Konkurrenz bekommen, und zwar von Ginoring, Cyclelle und Veri-Aristo. All diese alternativen Produkte sind dem Nuvaring grundsätzlich ähnlich. Sie enthalten eine Östrogen-/Gestagen-Mischung und werden für einen Zeitraum von drei Wochen in die Vagina eingeführt, bevor anschließend eine siebentägige Pause einsetzt.

Gut zu wissen: Bislang musste der Vaginalring im Kühlschrank aufbewahrt werden, um den höchstmöglichen Schutz vor einer Schwangerschaft zu garantieren. Mittlerweile genügt die Aufbewahrung in der Originalverpackung, sofern die Raumtemperatur 30 Grad Celsius nicht übersteigt.

Was kostet der Verhütungsring?

Der Verhütungsring ist ein rezeptpflichtiges Medikament. Er wird nach einer ärztlichen Untersuchung verschrieben und ist in der Apotheke erhältlich. Die Kosten dafür musst du selbst tragen, da sie von der Krankenkasse nicht übernommen werden. Der Verhütungsring kostet etwa 20 Euro. Bei Dreierpackungen, die zwischen 37 und 50 Euro kosten, ist der Stückpreis günstiger. Der Preis für eine Sechserpackung beträgt etwa 65 Euro.

Nebenwirkungen des Verhütungsrings

Die Nachteile beim Verhütungsring sind die Nebenwirkungen, die jedes hormonelle Verhütungsmittel mit sich bringen kann: Gewichtszunahme, Stimmungsschwankungen oder eine Minderung bis hin zum Verlust der Libido, also der Lust auf Sex, beispielsweise. Ähnlich wie bei der Antibabypille wird Raucherinnen und Frauen über 35 Jahre von der Nutzung des Verhütungsrings abgeraten, da es zu Gerinnungsstörungen des Blutes kommen kann.

Forscher unter der Leitung von Professor Øjvind Lidegaard kamen im Rahmen einer Studie an der Universität Kopenhagen sogar zu der Erkenntnis, dass der Verhütungsring im Vergleich zur Antibabypille ein höheres Thromboserisiko berge. Die Wissenschaftler untersuchten von 2001 bis 2010 dänische Frauen im Alter von 15 bis 49 Jahren. Das Ergebnis: Während durch die Einnahme der Antibabypille ein dreifach höheres Thromboserisiko besteht, ist dieses beim Vaginalring um ein 6,5-faches erhöht.

Daher ist es wichtig, dass du dich vorher ausführlich von deinem Frauenarzt beraten lässt. Er oder sie kann klären, ob du die richtigen Voraussetzungen zur Benutzung des Verhütungsrings mitbringst und ob die Verhütungsmethode überhaupt für dich geeignet ist.

Was sind Vorteile des Verhütungsrings?

Auch wenn im Zuge der Verwendung des Verhütungsrings, wie oben beschrieben, Nebenwirkungen auftreten können, sind es doch weitaus weniger als bei vielen anderen Verhütungsmitteln, da der Verhütungsring lokal im Unterleib wirkt und nicht wie die Pille im gesamten Körper.

Zudem können hormonelle Verhütungsmittel Vorteile wie zum Beispiel eine reinere Haut mit sich bringen. Die Wirksamkeit des Vaginalrings ist mit der Pille zu vergleichen. Jedoch bleibt der Schutz auch bei Erbrechen und Durchfall bestehen. Ein klarer Vorteil.

Auch musst du nur einmal im Monat daran denken, den Verhütungsring auszuwechseln. Lange Zyklen ohne Periode sind möglich. Dies ist eine besondere Erleichterung für Frauen, die mit starken Regelbeschwerden zu kämpfen haben.

Ein weiterer Vorteil des Vaginalrings besteht außerdem darin, dass du ihn, falls er dich doch einmal stören sollte – zum Beispiel beim Sex – einfach herausnehmen kannst. Drei Stunden pro Tag sind kein Problem, der Schutz bleibt auch weiterhin erhalten.

Erfahrungen mit dem Verhütungsring

Frauen, die in Internetforen ihre Erfahrungen mit dem Verhütungsring mit anderen Userinnen teilen, berichten überwiegend Positives über die Methode. Viele erklären, dass man den Verhütungsring kaum spüre – selbst beim Sex nicht. Alternativ lasse sich der Ring aber auch problemlos vor dem Geschlechtsverkehr rausnehmen und danach wieder einsetzen. Der Schutz vor einer ungewollten Schwangerschaft ist dann trotzdem gewährleistet.

Wie bei jedem anderen Verhütungsmittel gibt es aber auch Anwenderinnen, die eher unzufrieden sind. So berichten einige Frauen im Zusammenhang mit dem Verhütungsring von Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Gewichtszunahme oder sexueller Unlust.

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Zusammenfassung der Redaktion

Mittlerweile gibt es viele weitere Methoden, mit denen du dich vor einer Schwangerschaft schützen kannst. Der Verhütungsring ist eine davon. Ähnlich wie die Antibabypille zählt auch er zu den sogenannten hormonellen Verhütungsmitteln. Er geht in etwa mit denselben Kosten und Nebenwirkungen einher. Ob er das geeignete Verhütungsmethode für dich ist, solltest du vorab mit deinem Frauenarzt klären. Er kann dich diesbezüglich aufklären und beraten.