Der Experte verrät: So funktioniert ParshipInterview

DIENSTAG, 24.04.2018

Wie funktioniert der Parship-Algorithmus und was ist als Basis für eine lange Beziehung wichtiger, ähnliche Interessen oder ähnliche Eigenschaften? Im Interview mit fem.com hat Diplom-Psychologe Markus Ernst darüber gesprochen, wie die Online-Partnervermittlung Singles bei der Suche nach der großen Liebe hilft.

Seit 2001 unterstützt Parship Singles, die sich nach einer langfristigen und glücklichen Partnerschaft sehnen. Das Herzstück der Online-Partnervermittlung ist ein eigens für das Unternehmen entwickeltes, wissenschaftliches Verfahren. Anhand eines Fragebogens wird ein objektives Persönlichkeitsprofil für jedes Mitglied erstellt, auf dessen Grundlage das Matching der Personen erfolgt, die besonders gut zueinander passen sollen.

Herr Ernst, wie funktioniert der Parship-Algorithmus? Könnten Sie in wenigen Sätzen erklären, wie die Formel aus zwei Singles ein Paar machen soll?

Der konkrete Algorithmus ist natürlich sehr kompliziert und wird gehütet wie das Rezept von Coca-Cola, weil dahinter viel Forschung und Mühe stecken. Aber zur Erklärung kann man sagen: Wir erheben mit unserem Fragebogen Persönlichkeitsmerkmale einer Person und wir erheben Interessen und Hobbys. Letztlich geht es darum, zu schauen, wer besonders gut matched.

Das heißt, wir gewichten bestimmte Eigenschaften, von denen wir wissen, dass sie relevant und wichtig für harmonische und langfristige Beziehungen sind. Anschließend setzen wir dann entsprechende Gewichte, um zu gucken, welche Personen eine besonders gute Basis für eine langfristige Partnerschaft haben.

Welchen Vorteil hat Parship im Unterschied zum klassischen Kennenlernen in Kneipen oder im Freundeskreis?

Der große Vorteil ist, dass man mehr oder weniger unabhängig von Raum und Zeit auf Partnersuche gehen kann. Gerade für einen Personenkreis wie Alleinerziehende, ältere Menschen oder beruflich stark eingespannte Personen, die nicht wie vielleicht zu Studienzeiten permanent unterwegs sind und auf Partys gehen können, um Leute kennenzulernen, gibt es über Parship die Möglichkeit, jemanden zu treffen, den man sonst nie gefunden hätte. Das heißt, der Pool ist einfach wesentlich größer und die Chancen damit auch.

Aber auch unser Matching-System, also unser Algorithmus, durch den wir sagen können, mit dem Partnervorschlag haben Sie eine besonders gute Basis für eine langfristige Beziehung, ist ein Vorteil. Letztlich muss man sich schon treffen und schauen, passt das zwischen uns? Es gibt ja noch weitere Dinge wie Stimme, Geruch oder andere Dinge, die wir nicht mit unserem Fragebogen erheben können. Aber die gute Basis, die Grundlage können wir liefern und dann lernen sich die Menschen kennen. Und möglicherweise wird daraus die große Liebe.

Markus Ernst

Diplom-Psychologe Markus Ernst arbeitet als Coach für Parship.

"Wir analysieren nicht Ihre komplette Persönlichkeit, sondern das, worauf es bei einer langfristigen Partnerschaft ankommt: die Partnerschafts-Persönlichkeit", heißt es auf der Webseite von Parship. Können Sie uns erklären, was mit Partnerschafts-Persönlichkeit gemeint ist?

Die Menschen sind unterschiedlich, jeder hat seine bestimmte Persönlichkeit. Es gibt Menschen, die sind beispielsweise extrem extrovertiert, stehen gerne im Mittelpunkt. Das merkt man auf Partys, das sind die, die sich mit jedem unterhalten. Dann gibt es andere Personen, die eher zurückhaltend sind, die sich akklimatisieren müssen, erstmal gucken und nicht so auf andere zugehen. Das wäre so eine Persönlichkeits-Eigenschaft.

Wir wissen aus der Forschung, dass es zum Beispiel den Menschen gibt, der im Beruf total durchsetzungsfähig und toughist und auch eher dominant, doch vielleicht zu Hause in der Paarbeziehung eher der Anlehnungsbedürftige ist, oder gar nicht so durchsetzungsfähig. Das heißt, offenbar gibt es verschiedene Anteile unserer Persönlichkeit. Es ist mittlerweile bekannt, dass es so etwas gibt wie eine Partnerschafts-Persönlichkeit oder synonym auch Beziehungs-Persönlichkeit. Das heißt, dieser Anteil unserer Gesamt-Persönlichkeit umfasst die Eigenschaften, die für Partnerschaft und Beziehungsführung besonders relevant sind.

Die Vorstellungen der Menschen von einer Beziehung ändern sich ebenso wie sich die Gesellschaft verändert. Hat das einen Einfluss auf den Fragebogen, sprich: Enthält dieser heute Fragen, die es in der Anfangszeit von Parship noch nicht gab und falls ja, haben Sie ein Beispiel?

Unser Parship-Fragebogen existiert schon viele Jahre und wird natürlich immer wieder evaluiert und auf den neuesten Stand gebracht. Wir überprüfen auch die Gewichtung, also wie stark bestimmte Aspekte mit in das Matching-Ergebnis einfließen. Das heißt, es ist im ständigen Fluss.

Das grobe Gerüst ist das Gleiche und das ist auch beständig, weil es wissenschaftlich fundiert und abgesichert ist. Es gibt aber schon immer wieder Anpassungen, ich kann Ihnen ein Beispiel nennen: Früher gab es eine Frage im Fragebogen, die lautete: "Wenn am Nachbartisch im Restaurant geraucht wird, dann reagiere ich so oder so." Im Zuge des Rauchverbots in Gaststätten und Kneipen ist das zum Beispiel verändert worden. Jetzt ist anstatt des Rauchens das Telefonieren mit dem Handy dazugekommen. Das ist so eine Anpassung, weil es nicht mehr zeitgemäß war. Die Leute rauchen nicht mehr im Restaurant.

Haben Sie eine Lieblingsfrage? Wenn ja, warum?

Wenn man mich so fragt, würde ich sagen, ich mag besonders die projektiven Textverfahren. Das sind bei uns Bilder, die man sieht, wenn man den Test macht. Da sind bestimmte Situationen abgebildet und man soll angeben, wie man diese Bilder überschreiben würde, beispielsweise als Filmtitel. Da gibt es verschiedene Antwortmöglichkeiten. Mit diesem projektiven Testverfahren können wir einfach unverfälscht eine Rückmeldung bekommen, weil die wenigsten Leute wissen, was wir damit vorhaben. Soziale Erwünschtheit ist einfach komplett ausgeschlossen: Also dass eine Person so antwortet, wie sie denkt, dass es vielleicht besonders gut ankommt.

Sie kennen vielleicht diese Tintenklecks-Verfahren, bei denen man auch sagen soll, was man auf dem Klecks erkennt. Da geben die Leute ganz unterschiedliche Antworten und bei uns sind es die Bildverfahren im Fragebogen. Ich glaube, die würden mir am meisten Spaß machen.

Was ist wichtiger? Dass Partner ähnliche Interessen oder ähnliche Eigenschaften besitzen?

Für unser Matching-Verfahren, aber auch insgesamt für eine gute Basis im Sinne einer langfristigen und vor allem auch glücklichen Beziehung sind die Persönlichkeitseigenschaften für uns der wichtigere Part. Grob gesagt vielleicht zwei Drittel, oder ein Tick mehr. Gleiche Hobbys und Interessen sind auch schön und es verbindet, wenn man ähnliche Leidenschaften hat. Aber für das Langfristige ist wichtig, dass die Persönlichkeitseigenschaften gut matchen. Insofern würde ich sagen, das ist der wichtigere Punkt und bei uns im Verfahren auch das höhere Gewicht. Das geht sozusagen wesentlich mehr in das Matching-Ergebnis ein am Schluss.

Wir haben einen schönen Satz: "So viel Gleichheit wie möglich bei dem Matching, aber auch so viele Unterschiede wie nötig." Es ist ja nicht so, dass wir möglichst gleiche Personen suchen, die möglichst gleiche Ausprägungen haben. In vielen Bereichen ist es gut, wenn man ähnlich ist, aber in anderen Aspekten ist es sinnvoll, man weist einen gewissen Unterschied auf.

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