Women’s March: Wenn Frauen demonstrieren

MONTAG, 21.01.2019

Der Women’s March on Washington ging am 19. Januar 2019 in den USA in die dritte Runde. Wieder gingen Tausende auf die Straße, um für Menschen- und Frauenrechte, für Frieden und Gleichberechtigung zu protestieren. Auch in Berlin fand am selben Tag ein Women’s March statt.

Als Donald Trump im Laufe seines Wahlkampfes immer wieder mit frauenfeindlichen, rassistischen und sexistischen Äußerungen Aufsehen erregte, hatten einige Frauen die Nase gestrichen voll. Sie organisierten am 21. Januar 2017, einen Tag nach der Amtseinführung Trumps als US-Präsident, einen Protestmarsch, den sogenannten Women’s March on Washington. Am 19. Januar 2019 fand nun bereits der dritte Women’s March on Washington statt. Überall auf der Welt folgten Frauen dem Aufruf – wie zum Beispiel auch in Berlin.

Wofür protestieren die TeilnehmerInnen des Women’s March eigentlich genau?

Im Prinzip richtet sich der Women’s March gegen jede Art von Ungerechtigkeit in der Welt. Auf friedliche, gewaltfreie Weise wollen die Teilnehmer auf diese Ungerechtigkeiten aufmerksam machen und sich für Menschenrechte im Allgemeinen und Frauenrechte im Besonderen stark machen.

Themen, die die TeilnehmerInnen des “Women’s March” beschäftigen, sind unter anderem:

  • Gewalt gegen Frauen, aber auch Gewalt, die vom Staat legitimiert scheint
  • Soziale Gerechtigkeit
  • Bürgerrechte
  • Gleichbehandlung von Menschen unabhängig ihrer Hautfarbe, ihrer Herkunft, Religion oder sexuellen Orientierung
  • Klimaschutz
  • Inklusion von Menschen mit Behinderungen

Auch in Berlin ging es den TeilnehmerInnen um Menschenrechte. Sie forderten mehr Lohngerechtigkeit zwischen den Geschlechtern und protestierten unter anderem gegen den Paragrafen 219a, der “Werbung für den Abbruch der Schwangerschaft” unter Strafe stellt.

Was ist die Vorgeschichte des Women’s March on Washington?

Und wie fing alles an? Die Hawaiianerin Teresa Shook erstellte am 9. November 2016 eine Facebook-Veranstaltung und rief zum Protestmarsch auf. Der Grund: Donald Trump hatte am Vortag die US-amerikanische Präsidentschaftswahl gewonnen und mit seinen rassistischen, sexistischen und frauenfeindlichen Äußerungen polarisiert. Teresa Shook hatte gestrichen die Nase voll.

Ein paar Wochen später fühlten sich fünf Frauen davon inspiriert, einen riesigen Protestmarsch in Washington zu organisieren:

  • Modedesignerin Bob Bland
  • Ex-Direktorin der Bürgerrechtsorganisation National Action Network Tamika Mallory
  • Direktorin der Arab Association of New York Linda Sarsour
  • Direktorin der Aktivistengruppe The Gathering for Justice Carmen Perez
  • Journalistin, Unternehmerin und Aktivistin Vanessa Wruble

Obwohl Trumps Wahl zum US-Präsidenten den Ausschlag gab, richtete sich der Protestmarsch nicht gegen ihn persönlich. Sondern es ging den Veranstalterinnen von Anfang an darum, sich für Menschen- und Frauenrechte sowie soziale Gerechtigkeit einzusetzen.

Menschen protestieren auf dem Women's March on Washington 2019 pin

Tausende marschierten beim Women’s March on Washington für Menschenrechte mit.