Schwanger trotz Periode – geht das?

DONNERSTAG, 23.08.2018

Immer wieder machen Geschichten von Frauen die Runde, die trotz Periode schwanger sind. Dabei ist die Regelblutung doch eigentlich ein recht sicheres Anzeichen dafür, dass man nicht schwanger ist, oder? Was steckt hinter diesen Erfahrungen?

Es ist ein Anzeichen, das Frauen mit Kinderwunsch kaum erwarten können: Die Monatsblutung bleibt aus. Nichtsdestotrotz gibt es immer wieder auch Frauen, die berichten, dass sie trotz Periode schwanger wurden. Wir verraten, was es damit auf sich hat.

Schwanger trotz Periode –  ist das möglich?

Die Antwort dazu ist ein klares Nein. Schwanger sein trotz Periode ist zu 100 Prozent unmöglich. Während der Regelblutung stößt der Körper der Frau die Gebärmutterschleimhaut, die sich während des vergangenen Zyklus aufgebaut hat, ab, weil sich keine befruchtete Eizelle eingenistet hat. Eine Periode tritt also nur ein, wenn keine Schwangerschaft vorliegt.

Im Umkehrschluss bedeutet dies: Ist es zu einer Befruchtung gekommen, nistet sich die Eizelle in der Gebärmutterschleimhaut ein. Hormone stoppen den Menstruationszyklus, sodass die Eizelle nicht mit einer Blutung aus dem Körper geschieden wird.

Schwanger trotz Blutung?

Wenn eine Periode aber eine Schwangerschaft ausschließt, wie kommt es dann zu den zahlreichen Erfahrungen von Frauen, die berichten, trotz Blutung schwanger zu sein? Kann der Schwangerschaftstest dennoch positiv ausfallen?

In der Tat kann eine Schwangerschaft mit Blutungen einhergehen. Blutung ist aber nicht gleich Blutung. Gerade in der Frühphase einer Schwangerschaft kann es zu blutigem Ausfluss kommen, ohne dass die Gebärmutterschleimhaut ausgestoßen wird.

Grob lassen sich drei Arten von leichten Blutungen unterscheiden, die auch in der Schwangerschaft auftreten: die Nidationsblutung, oder auch Einnistungsblutung, die hormonell bedingte Blutung und jene, die auftritt, wenn du trotz Pille schwanger bist. Im Folgenden wollen wir genauer darauf eingehen.

Die Einnistungsblutung

Eine mögliche Antwort auf das Phänomen "schwanger trotz Periode" ist die Nidations- beziehungsweise Einnistungsblutung. Wie der Name bereits verrät, tritt sie auf, wenn sich die befruchtete Eizelle in der Gebärmutterschleimhaut einnistet. Dabei können Blutgefäße verletzt werden. Das kann mit Unterleibsschmerzen, sprich Regelschmerzen, einhergehen oder sogar eine geringe Blutung verursachen – diese ist harmlos und wird nicht selten mit der tatsächlichen Periode verwechselt.

Die Einnistungsblutung tritt meist um die 4. Schwangerschaftswoche auf. Sie kann zwar ähnlich wie die Periode auch mehrere Tage andauern, ist allerdings grundsätzlich kürzer, wesentlich schwächer, was die Blutung betrifft, und unterscheidet sich darüber hinaus auch in der Farbe: Während die Periode eher dunkelrot bis braun ist, fällt die Nidationsblutung eher hellrot aus.

Hormonell bedingte Blutungen

Eine weitere Möglichkeit sind hormonell bedingte Blutungen. Auch in zyklischer Form können diese bei einer Schwangerschaft aufgrund der hormonellen Umstellung des Körpers auftreten. Sie sind eine Reaktion auf Veränderungen im Körper. Aber wie bei der Einnistungsblutung handelt es sich auch bei der hormonell bedingten Schmierblutung nicht um die Periode.

Die Abbruchblutung

Ähnlich verhält es sich bei der dritten Kategorie: Blutungen, die auftreten, wenn du trotz Pille schwanger geworden bist. Dieser Fall kommt vor allem bei Magen-Darm-Infekten oder Einnahmefehlern des Verhütungsmittels vor.

Auch in diesen Fällen handelt es sich beim monatlichen Ausfluss nicht um die Monatsblutung, sondern um eine hormonell bedingte Blutung: die Abbruchblutung. Der Körper reagiert normalerweise in der Einnahmepause der Antibabypille mit einer Blutung auf den Hormonentzug. Selbst, wenn du schwanger bist, ist eine solche Blutung noch möglich.

Weitere Anzeichen einer Schwangerschaft

Auch wenn es unmöglich ist, dass eine Frau trotz Periode schwanger ist, können die unterschiedlichen Blutungen, die im Rahmen einer Schwangerschaft auftreten können, irreführend sein. Daher sollten Frauen auch auf andere Schwangerschaftsanzeichen achten. Hinweise neben der ausbleibenden Periode sind beispielsweise Brustschmerzen durch eine erhöhte Spannung, Übelkeit, ein verändertes Geruchs- und Geschmacksempfinden oder Müdigkeit. Auch starke Rückenschmerzen sind in der Frühschwangerschaft keine Seltenheit.

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Das sagt die Redaktion:

Trotz Periode schwanger zu sein ist nicht möglich. Sollte eine Blutung auftreten, schließt das aber nicht aus, dass du ein Baby in dir trägst. Solltest du also trotz Blutung den Verdacht hegen, schwanger zu sein, empfiehlt sich in jedem Fall ein Besuch beim Gynäkologen, um den Ursprung der Blutung abklären zu lassen. Dein Frauenarzt kann dir Gewissheit geben!