Leben & Familie

Irland stimmt für liberaleres Abtreibungsgesetz

MONTAG, 28.05.2018

Jetzt ist es offiziell: In Irland hat eine deutliche Mehrheit für eine Lockerung des strengen Abtreibungsverbots votiert. Nun ist ein neues Gesetz geplant, das es Frauen künftig ermöglichen soll, einen Schwangerschaftsabbruch legal vornehmen zu lassen. Bislang drohten hohe Gefängnisstrafen.

In einem Referendum hat sich die Mehrheit der Iren deutlich für eine Legalisierung von Abtreibungen ausgesprochen. 66,4 Prozent der Befragten stimmten laut offiziellem Ergebnis für eine dafür notwendige Verfassungsänderung und 33,6 Prozent dagegen. Bei den jungen Wählern lag die Zustimmung zur Liberalisierung sogar bei über 80 Prozent. Doch was bedeutet das Ergebnis für Frauen in Irland?

Liberales Abtreibungsgesetz in Arbeit

Nach dem Referendum ist der Weg für ein Gesetz frei, das es Frauen ermöglich soll, legal in Irland abzutreiben. Bislang mussten sie dafür ins Ausland reisen. Die Regierung des Premierministers von Irland Leo Varadkar will noch in diesem Jahr ein neues Abtreibungsgesetz verabschieden, das Schwangerschaftsabbrüche in den ersten zwölf Schwangerschaftswochen straffrei stellt. Danach sollen Abtreibungen nur noch bei bestimmten medizinischen Gründen erlaubt sein.

"Was wir heute erleben, ist der Höhepunkt einer stillen Revolution, die Irland in den vergangenen zehn bis 20 Jahren durchgemacht hat", sagte Leo Varadkar, der die Lockerung des Gesetzes befürwortete, nach dem Referendum dem Sender "RTE". Die Bürger hätten mit dem Ergebnis gezeigt, dass sie eine "moderne Verfassung für ein modernes Land" wollten.

Strenges Abtreibungsverbot gekippt

Irland hatte eines der strengsten Abtreibungsgesetze in Europa. Bislang waren Schwangerschaftsabbrüche nur legal, wenn das Leben der werdenden Mutter in Gefahr war. Bei Vergewaltigung, Inzest oder einer Missbildung des Fötus waren Abbrüche laut dem achten Zusatzartikel der Verfassung indes verboten. Bei Verstößen drohten bis zu 14 Jahre Haft.

Menschen jubeln nach Verkünden des Wahlergebnisses pin

In Irland feiern viele Frauen und Männer das Ergebnis des Referendums.