Frauen erhalten weniger Filmförderung als Männer

DIENSTAG, 07.08.2018

Bei der Filmförderung herrscht offenbar ein unausgewogenes Geschlechterverhältnis. Wie aus Angaben des Medienboards Berlin-Brandenburg hervorgeht, erhalten Regisseurinnen und andere weibliche Filmschaffende weniger Fördermittel als ihre männlichen Kollegen.

Ob Regisseurinnen, Drehbuchautorinnen oder Produzentinnen: Frauen erhalten in Brandenburg weniger Filmförderung als Männer. Das offenbaren laut “rbb24” Zahlen aus einem Bericht des Medienboards Berlin-Brandenburg, auf die sich die SPD-Politikerin Klara Geywitz in einer Anfrage an die Landesregierung bezog. Doch wie genau wurden die Fördermittel 2017 verteilt?

Vergabe von Fördermitteln im Geschlechtervergleich

Laut dem Bericht wurden 2017 14 Millionen Euro Fördergelder von Frauen für insgesamt 72 Langfilme beantragt. Davon seien aber nur 4,4 Millionen Euro für 29 Filme bewilligt worden. Im Vergleich dazu erhielten Männer deutlich mehr: Von den gewünschten 34,5 Millionen Euro für 127 Filme sollen sie 14,6 Millionen für 66 Filme erhalten haben.

Dass viele Frauenkarrieren in der Filmbranche ausgebremst werden, wird in dem Geschäftsbericht der Fördergesellschaft ebenfalls beschrieben: "Frauen stoßen - trotz guter Ausbildung - in der männerdominierten Film- und Fernsehbranche immer wieder an die berühmte gläserne Decke“, zitiert “rbb24”. Der Begriff beschreibt das Phänomen, dass Frauen trotz gleicher Qualifikationen nicht in die Top-Positionen von Unternehmen vordringen. Weiter heißt es, Frauen in der Filmbranche würden “nicht so sehr weibliche Regievorbilder, aber dafür tragfähige Netzwerke und familienfreundliche Arbeitszeiten“ fehlen.

Verein Pro Quote Film für Frauenquote in Filmbranche

Während die Landesregierung Brandenburg dem Bericht zufolge gegen eine Quotenlösung ist, spricht sich der Verein Pro Quote Film für diese aus. Laut Barbara Teufel, der Vorsitzenden des Vereins, sei eine Quote von 50 Prozent bei den Filmförderungen ein Anreiz für Produktionsfirmen, Projekte einzureichen, bei denen Frauen eine Schlüsselposition innehaben.

Frau mit Kamera pin

Keine gerechte Verteilung: In der Filmbranche erhalten Frauen weniger Fördermittel als Männer.