Leben & Familie

Dreitägige Freistellung nach Fehlgeburt in Neuseeland?

SONNTAG, 19.08.2018

Eine Fehlgeburt ist für viele Menschen ein traumatisches Erlebnis. In Neuseeland wird nun über eine neue Gesetzesinitiative diskutiert, die Betroffenen eine dreitägige Freistellung nach dem Verlust des ungeborenen Babys ermöglichen soll.

Endlich schwanger! Diese Nachricht ist für viele das größte Glück. Umso größer ist dann der Schock, wenn die Frau eine Fehl- oder eine Totgeburt erleidet. Um den Frauen und ihren Partnern Zeit zu geben, den schweren Verlust zu verarbeiten, wird in Neuseeland laut “The Guardian” momentan über eine bezahlte, dreitägige Freistellung diskutiert.

Freistellung nach Fehlgeburt soll auch für Partner gelten

Das Besondere an der Initiative: Die Gesetzesinitiative bezieht nicht nur die trauernden Mütter ein, sondern richtet sich auch an deren Partner. Neuseeland würde somit politisch anerkennen, dass eine Fehlgeburt beide Parteien einer Beziehung emotional stark belastet.

Der neuseeländische Arbeitsminister Iain Lees-Galloway unterstütze das Gesetz dem Bericht zufolge: ”Eine Fehlgeburt ist eine furchtbare Zeit für Eltern und dieses Gesetz gibt Eltern und Arbeitgebern die Gewissheit der gesetzlichen Definition einer Fehlgeburt, sodass Eltern trauern und sich Zeit nehmen können, um den persönlichen Verlust einer Fehlgeburt zu verarbeiten.”

Das Gesetz soll für Frauen gelten, deren Schwangerschaft bestätigt war. Wobei bislang noch nicht geklärt ist, wie eine solche Bestätigung aussehen soll.

Fehlgeburt aus Tabu-Zone befreien

Die neuseeländische Politikerin Ginny Anderson erhofft sich von der Gesetzesinitiative noch einen weiteren Effekt: Dass Menschen offener über Fehlgeburten reden. Der Verlust des Kindes in der Schwangerschaft sei in Neuseeland nach wie vor ein “Tabu-Thema”.

Mann umarmt Frau pin

Neuseeland diskutiert über eine dreitägige Freistellung nach einer Fehlgeburt.