Dauerhaft verhüten: Vor- und Nachteile der Spirale

DONNERSTAG, 22.02.2018

Die Spirale gilt als eines der sichersten Verhütungsmittel überhaupt. Einmal in die Gebärmutter eingesetzt, soll sie ein sorgenfreies Sexleben garantieren. Wir klären dich über die Vor- und Nachteile sowie die Kosten dieser Verhütungsmethode auf.

Wer eine dauerhafte Verhütung für sich sucht und nicht jeden Morgen oder Abend an die Pille denken möchte, für den ist die Spirale eine Alternative. Hier ein Überblick über die Vor- und Nachteile dieser Verhütungsmethode:

Vorteile der Spirale

Die Spirale ist besonders für Frauen geeignet, die Mühe haben, jeden Tag an Verhütung zu denken. Sofern die Spirale gut vertragen wird, kann sie problemlos fünf Jahre im Körper bleiben – und ist dadurch gerade für Frauen attraktiv, die auch auf längere Sicht keinen Nachwuchs planen.

Zudem liegt der Pearl-Index – er beziffert die Sicherheit von Verhütungsmitteln – bei der Kupferspirale zwischen 0,9 und 3, bei der Hormonspirale sogar bei nur 0,16. Zum Vergleich: Die Antibabypille gilt mit einem Pearl-Index von 0,1 bis 0,9 als das sicherste Verhütungsmittel der Welt.

Ein weiterer Vorteil: Wer mit der Kupferspirale verhütet, belastet seinen Körper nicht mit Hormonen und beeinträchtigt damit auch seinen natürlichen Zyklus nicht. Somit ist die Kupferspirale auch für Frauen geeignet, die aufgrund von gesundheitlichen Problemen keine Hormone zu sich nehmen dürfen.

Nachteile und Risiken der Spirale

In den ersten drei bis sechs Monaten nach Einsetzen der Spirale können Nebenwirkungen wie Regelschmerzen und starke Monatsblutungen auftreten. Möglicherweise ist dann die Spirale verrutscht und muss vom Frauenarzt wieder richtig positioniert werden. Eine weitere mögliche Ursache: Der Körper hat die Spirale abgestoßen – das geschieht vermehrt in den ersten beiden Anwendungsmonaten. In jedem Fall ist es ratsam, den Frauenarzt zu konsultieren und den Grund abzuklären.

Besonders junge Frauen leiden nach dem Einsetzen der Spirale mitunter an Schmerzen im Beckenraum. Entzündungen in diesem Bereich können als Nebenwirkungen auftreten, wenn die Sexualpartner häufiger gewechselt werden, wodurch ein erhöhtes Risiko für Infektionen wie etwa Chlamydien besteht. Das Risiko für Beckenraumentzündungen lässt sich jedoch bereits vor Einsetzen der Spirale minimieren, indem Infektionen am Muttermund ausgeschlossen bzw. behandelt werden. Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten bietet grundsätzlich nur das Kondom.

Weitere Nebenwirkungen, die insbesondere in Verbindung mit der Hormonspirale auftreten, sind Kopfschmerzen, Brustspannen, Übelkeit, Gewichtsveränderungen oder Akne. Darüber hinaus kann die Hormonspirale durchaus auch Auswirkungen auf das Gemüt haben. Depressionen und Stimmungsschwankungen können nämlich ebenfalls auftreten. 

Anders als die Hormonspirale gehört die Kupferspirale nicht zu den hormonellen Verhütungsmethoden.

Anders als die Hormonspirale gehört die Kupferspirale nicht zu den hormonellen Verhütungsmethoden.

Schwanger trotz Spirale?

Zwar gilt die Spirale bei korrekter Anwendung als besonders sicheres Verhütungsmittel, sollte dennoch eine Schwangerschaft vorliegen, muss der Gynäkologe möglichst schnell aufgesucht werden. Er kann auch feststellen, ob es sich um eine Eileiterschwangerschaft handelt, die durch eine Spirale begünstigt wird.

Bei einer regulären Schwangerschaft muss der Arzt die Spirale – um Infektionen vorzubeugen – entfernen. Dabei kommt es mit einer zwanzigprozentigen Wahrscheinlichkeit zu einer Fehlgeburt. Das Risiko erhöht sich allerdings, wenn die Spirale nicht rechtzeitig entfernt wird.

Kosten der Spirale

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für das Einsetzen der Spirale bei Frauen bis zum 20. Lebensjahr. Alle anderen Patientinnen müssen sie selbst tragen. Die Spirale beläuft sich – abhängig vom Modell – auf einen Betrag zwischen 30 und 85 Euro, das ärztliche Honorar für das Einsetzen liegt zwischen 120 und 300 Euro.

Zwar wird die erste Lagekontrolle mit Ultraschall noch von der Krankenkasse übernommen, nicht aber die nachfolgenden. Somit ist die Spirale eine vergleichsweise kostspielige Verhütungsmethode, rechnet sich aber über eine längere Anwendungsdauer: Wer die Spirale mindestens drei Jahre als Verhütungsmittel nutzt, kann im Vergleich zur Antibabypille Geld sparen.

Hier geht´s zu: Anwendung der Spirale

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