Unterleibsschmerzen: Ursachen für die Beschwerden

MONTAG, 27.11.2017

Unterleibsschmerzen werden meist mit Regelschmerzen assoziiert – die Beschwerden können aber auch ganz andere Ursachen haben. Wir geben dir einen Überblick über häufige Verursacher des Krankheitssymptoms.

Es zieht, es zerrt und drückt. Oft sind Schmerzen im Unterleib so unangenehm, dass man sich nur noch krümmen möchte. Die Ursachen können dabei ganz unterschiedlicher Natur sein – manchmal sind sie akut, andere haben einen chronischen Hintergrund. Wir geben einen Einblick in mögliche Ursachen von Unterleibsschmerzen:

Fakt ist, dass die Schmerzen, korrekt Unterbauchschmerzen genannt, keinesfalls eine reine Frauenbeschwerde sind. Eine Frau mit einer Wärmflasche auf dem Unterbrauch ist zwar ein bekanntes Bild – sie plagt wahrscheinlich die monatliche Periode – doch neben Menstruationskrämpfen können auch andere Gründe der Auslöser für Schmerzen im Unterleib sein. Und einige von ihnen treffen Männer und Frauen gleichermaßen.

Unterleibsschmerzen aufgrund einer Gebärmutterentzündung

Eine Ursache für Unterleibsschmerzen, die nur Frauen betrifft: eine Gebärmutterentzündung. Wenn die Gebärmutter unter einer Infektion leidet, ist ihr oftmals eine Scheidenentzündung vorausgegangen, berichtet die Online-Ausgabe der Apotheken-Umschau. Die Bakterien der Scheidenentzündung sind dabei aufgestiegen und haben sich weiter ausgebreitet. Zwar verfügt die Gebärmutter über eigene Abwehrmechanismen, jedoch können diese etwa durch die Periode oder eine Geburt gestört sein.

Tückisch ist außerdem, dass eine Gebärmutterentzündung zunächst meist unbemerkt verläuft. Zu Symptomen kommt es erst, wenn die Infektion Eileiter und Eierstöcke erreicht hat. Typische Symptome sind dann Schmerzen im Unterleib, vermehrte Blutungen außerhalb der Regel und verstärkter Ausfluss. Falls du diese Symptome an dir bemerkst, ist durch eine Untersuchung vom Gynäkologen deines Vertrauens schnell herausgefunden, um welche Beschwerden es sich bei dir handelt.

Eierstockzyste verursacht oft einseitige Schmerzen im Unterleib

Zysten sind eigentlich kein Grund zur Sorge. Viele Frauen haben sie im Verlauf ihres Zyklus – und dennoch sollten sie ärztlich kontrolliert werden. Verspürst du immer wieder Schmerzen im Unterleib, könnte das ein Zeichen sein, dass sich eine Zyste an deinem Eierstock angesiedelt hat. Ein typisches Symptom ist, dass das Ziehen entweder links oder rechts auftritt – seltener sind beide Eierstöcke gleichzeitig betroffen. Sprich mit deinem Frauenarzt und macht einen Ultraschall. Bei der Untersuchung lassen sich Zysten schnell lokalisieren und überprüfen.

Wenn der Darm rebelliert

Wer unter akuten oder gar chronischen Unterleibsschmerzen leidet, kann außerdem Probleme mit dem Darm haben. Besondere Aufmerksamkeit sollte man hier Teilen des Dickdarms und dem berühmten Blinddarm zukommen lassen. Manchmal sind es eher harmlose Ursachen, wie eine falsche Ernährung oder eine Intoleranz, die unangenehme Schmerzen verursachen – ein Arzt kann hier eine sichere Diagnose stellen. Jedoch können auch ernstere Diagnosen zugrunde liegen. Wer etwa stechenden Schmerz im Unterbauch rechts verspürt, an der besagten Stelle druckempfindlich ist und unter Übelkeit und Erbrechen leidet, sollte umgehend einen Arzt aufsuchen. Hierbei könnte es sich um eine Blinddarmentzündung handeln, die unbehandelt lebensgefährlich sein kann! Übrigens: Kinder oder Säuglinge können den Schmerz auch links spüren.

Blasenentzündung als Ursache

Gelangen bestimmte Bakterien des Darms in den Harnleiter, ist eine anschließende Blasenentzündung nicht unwahrscheinlich. Typische Merkmale sind Unterleibsschmerzen, Brennen beim Wasserlassen und in manchen Fällen sogar Blut im Urin. Treffen diese Symptome auf dich zu, solltest du unbedingt deinen Arzt aufsuchen, da eine medikamentöse Behandlung meist unabdingbar ist.

Unterleibsschmerzen durch Verspannungen?

Wer eine falsche Haltung hat, oft schwer tragen muss oder der Kälte ausgesetzt ist, kann ebenfalls von chronischen Schmerzen im Unterleib heimgesucht werden. Verspannungen können beispielsweise in den Bauchmuskeln, im Bindegewebe, der Haut des Unterbauchs und in der Sehnenplatte der Bauchmuskeln entstehen. Hier kann zum Beispiel eine Massage-Therapie die Verspannungen lösen.

Unterleibsschmerzen beim Mann

Wenn Männer über Unterleibsschmerzen klagen, kann das – neben einigen der bereits genannten Möglichkeiten – auch an einer sogenannten Hodentorsion liegen. Hier drehen sich die Hoden um den Samenstrang, was vor allem beim Sport oder Tätigkeiten mit viel Bewegung passieren kann. Die typischen Merkmale sind hier heftige Schmerzen in der Leistengegend, Erbrechen, Blässe und in nicht seltenen Fällen verfärben sich die Hoden rot oder bläulich. Auch an dieser Stelle muss unbedingt und schnell ein Arzt aufgesucht werden.

In weiteren Fällen können Unterleibsschmerzen bei Männern auch auf eine Prostataentzündung hinweisen. Ähnlich wie bei der Blasenentzündung haben Männer dann Probleme mit häufigem Harndrang und klagen über Schmerzen beim Wasserlassen. Zudem treten mitunter Schmerzen im Dammbereich auf, die manchmal bis zu den Leisten und Lenden ausstrahlen können. Auch an dieser Stelle sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, um abzuklären, ob es sich um eine entzündete Prostata handelt und welche Therapie angesetzt werden soll.

Haushaltsmittel gegen die Beschwerden

Zur Linderung von Unterleibsschmerzen kannst du auf Hausmittel setzen. Ein altbewährtes Mittel ist die berühmte Wärmflasche oder alternativ auch ein Kirschkernkissen. Wärme lindert Schmerzen im Bereich des Unterbauchs und wirkt zudem entkrampfend. Eine weitere Möglichkeit ist, die Schmerzen mit einem Entspannungsbad zu lindern – hier bieten sich entspannungsfördernde Öle, wie Lavendel oder Kamille an. Unterkühlung, besonders die der Füße, kann ebenso zu vermehrten Unterleibsschmerzen führen, deshalb ist es umso wichtiger darauf zu achten, dass die Füße warmgehalten werden, um weitere Verkrampfungen im Bauchbereich zu vermeiden.

Unterleibsschmerzen: Ursachen für die Beschwerden

Die Ursachen von Unterleibsschmerzen können ganz unterschiedlicher Natur sein.

Zusammenfassung

Es gibt vielfältige Erkrankungen, die Schmerzen im Unterleib verursachen. Menstruationsbeschwerden, Eierstockzysten oder Gebärmutterentzündungen sind typische Erkrankungen, die Frauen heimsuchen können. Doch auch Männer sind betroffen. So können beide Geschlechter an Darmerkrankungen oder einer Harnwegsinfekt leiden. Schmerzen dem Mann die Weichteile, ist ein zeitnaher Besuch beim Arzt unabdingbar. Unterleibsschmerzen – insbesondere, wenn sie akut und intensiv auftreten – sollten ernst genommen werden!

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