Organuhr und die Meridiane

FREITAG, 12.01.2018

Hast du schon einmal von der Organuhr gehört? Sie soll Aufschluss darüber geben, wann unsere Organe am leistungsfähigsten sind und wann sie in eine Ruhephase wechseln. Bestimmt werden diese Phasen durch die Energieversorgung von Leber, Lunge und Co. durch die Meridiane.

Der Begriff Organuhr stammt aus der traditionellen chinesischen Medizin (TCM). Er basiert auf der Grundannahme, dass der Zustand und die Aktivität unserer Organe durch das Zusammenspiel von mehreren Faktoren bedingt werden. Neben beispielsweise der Ernährung oder dem Gesundheitszustand sind hier vor allem die Zeiten der chinesischen Organuhr der tonangebende Part, wenn es um die tägliche Organleistung geht. Die Uhrzeiten leiten sich aus der mal stärkeren und mal schwächeren Energieversorgung jedes einzelnen Organs durch die sogenannten Meridiane ab.

Was ist die Organuhr genau?

Neben dem Herz oder der Lunge beziehungsweise der Atmung unterliegen der inneren Organuhr zufolge auch die übrigen Organe unseres Körpers einem bestimmten Rhythmus, der sich täglich wiederholt. Er gibt vor, wann ein Organ leistungsfähig ist und wann eine Ruhephase vorliegt. Grundsätzlich sei der Körper auf Harmonie und Ausgleich gerichtet.

Wird sich diesem Prinzip widersetzt und der Körper geschwächt, soll beispielsweise eine Krankheit, eine Magenverstimmung oder ein grippaler Infekt den Menschen zur Ruhe zwingen und zur nötigen Wiederherstellung der inneren Ordnung auffordern.

Die zwölf Meridiane und ihre Aufgabe

Die zwölf Meridiane sind laut TCM unsichtbare Energieleitbahnen im Körper. Sie sollen die Organe mit Qi-Energie (Lebensenergie) versorgen. Jede dieser Bahnen werde innerhalb von 24 Stunden für jeweils zwei Stunden intensiver mit Qi durchströmt. Der Turnus erfolgt der chinesischen Organuhr zufolge in einer ganz bestimmten Reihenfolge. Die Meridiane sind bestimmten Organen zugeordnet und verlaufen in Längslinien durch den Körper.

Störungen von Organuhr und Meridianen

Läuft die innere Organuhr nicht richtig oder sind die Meridiane blockiert, soll es zu Ausfällen oder Störungen im Körper kommen können. Zeitumstellungen durch Reisen oder auch die Umstellung auf Winter- und Sommerzeit seien oftmals Auslöser erheblicher Problemen, da die rhythmische Energie für die Organuhr so essenziell sei.

Die Uhrzeiten der Organuhr

Wie schon genannt, wird im Zweistundentakt der Energiefluss der jeweiligen Meridiane erhöht. Das bedeutet aber auch, dass bei gegenüberliegender Uhrzeit der Energiefluss am schwächsten sein soll. Hat der Leber-Meridian beispielsweise seine Zeit zwischen 1 und 3 Uhr nachts, so ist er mit minimaler Energie zwischen 13 und 15 Uhr versorgt. Ein fettes Essen um diese Zeit macht daher laut Organuhr noch müder, da der Leber ohnehin schon wenig Energie zur Verfügung stünde.

Die Lungen-Zeit ist zwischen 3 und 5 Uhr morgens. Das Qi mache auf seinem Weg zum Dickdarm Halt und versorgt den Körper mit einer regelmäßigen Ein- und Ausatmung mit frischer Energie. Um die Lunge laut Organuhr optimal unterstützen zu können, empfiehlt es sich vor allem im Sommer bei geöffnetem Fenster zu schlafen.

Meridiane und Organe unterstützen

Maßnahmen wie eine Stimulierung der Meridiane oder der Organe, die Einnahme von Arzneien, das Trinken von Tees oder ähnlichem, würden folglich dann am stärksten wirken, wenn man sie zur jeweiligen Zeit der maximalen Energieversorgung umsetzt. Ein überlastetes Organ könne entsprechend in der Zeit der minimalsten Energieversorgung entlastet werden. Wer die Leber stärken möchte, sollte hier den altbewährten Leberwickeln (ein feuchtwarmes Tuch wird auf die Stelle der Leber aufgelegt) vertrauen.

Wie die Organuhr bei der Suche nach Ursachen von Beschwerden helfen soll

Das Beispiel: Schlafstörungen

Wer zum Beispiel unter Schlaflosigkeit leidet, soll die Ursache womöglich an der Organuhr ablesen können. Demzufolge können zur starken Uhrzeit eines Organs, das belastet oder überfordert ist, vermehrt Probleme auftreten. Ein deutliches Anzeichen dafür sei, wenn die Schlafstörungen immer zur gleichen Zeit auftreten würden. Daraus lasse sich die Ursache der Beschwerden eingrenzen beziehungsweise über die Symptome Aufschluss über die Ursachen gewinnen.

Der Dreifacherwärmer-Meridian

Handelt es sich bei den Schlafstörungen um das Einschlafen zwischen 21 und 23 Uhr, so könnte der Dreifacherwärmer betroffen sein. Der Dreifacherwärmer-Meridian wird laut chinesischen Schriften als die Energiebahn des Ursprungs-Qi bezeichnet. Er soll regulierend auf das autonome Nervensystem einwirken. Anzeichen für eine Störung seien Beschwerden im Bauch und Unterleib, im Wärmehaushalt und im hormonellen System.

Der Gallenblase- und der Leber-Meridian

Tritt die Schlaflosigkeit zwischen 23 und 1 Uhr auf, so fließt der Gallenblasen-Meridian eventuell nicht richtig. Zwischen 1 und 3 Uhr morgens wird laut Organuhr der Leber-Meridian verstärkt mit Energie versorgt. Wer unter einer starken Leberbelastung leidet, zum Beispiel durch zu viel Alkohol, fettes Essen oder Giftstoffe, könne zu dieser Zeit wach liegen. Ein Energiestau entstehe, der Schmerzen oder auch einen unruhigen Traum hervorrufen könne und schließlich vom Schlaf abhalte.

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Frau hält Uhr vor den Bauch

Leber, Magen oder Herz arbeiten laut Organuhr zu ganz bestimmten Uhrzeiten am leistungsfähigsten. Die Uhr gibt Auskunft darüber, wann die Organe mit viel oder wenig Energie durch die Meridiane versorgt werden. Maßnahmen zur rechten Zeit sollen die Gesundheit effektiv fördern.

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