Neurodermitis - zwischen Jucken und Kratzen

DIENSTAG, 10.03.2015

Die Hautkrankheit Neurodermitis kann Erkrankte durch einen starken Juckreiz schier in den Wahnsinn treiben. Wir geben Tipps, was du selbst dagegen unternehmen kannst, erklären die Ursachen und Charakteristika der Krankheit.

Die Haut im Gesicht oder am Körper ist fleckig gerötet wie bei einem Ausschlag, sie ist trocken und schuppt sich. Vielleicht sind die Hautstellen sogar entzündet und jucken immens. All das können Anzeichen einer Neurodermitis sein. Vor allem Kinder sind von der Hautkrankheit betroffen – die Apotheken Umschau spricht von 15 bis 30 Prozent. Die gute Nachricht: Oft verschwinden die Schübe während der Pubertät – eine komplette Heilung gibt es allerdings nicht. Von den ursprünglich von Neurodermitis betroffenen Kindern sind laut hallofamilie.de 70 Prozent im Erwachsenenalter beschwerdefrei.

Mögliche Ursachen der Hautkrankheit

Es wird vermutet, dass die chronische Krankheit erblich veranlagt ist. Der Ausbruch von Neurodermitis kann dann von mehreren Faktoren abhängen, beispielsweise von Umwelteinflüssen, die die Haut reizen. Ansteckend ist Neurodermitis hingegen nicht. Bei Erkrankten ist die Schutzfunktion der Haut schwächer als bei Gesunden. Die Haut nimmt daher schneller Allergene oder irritierende Substanzen auf, die eine starke Immunreaktion des Körpers verursachen.

Diese Faktoren können häufig zu Neurodermitis-Schüben führen:

- bestimmte Textilien, wie Wolle
- Schwitzen
- falsche Reinigung der Haut, etwa durch die Verwendung von aggressiven parfümhaltigen Produkten
- Substanzen wie Tabak oder Umweltgifte
- Allergieauslöser, etwa Hausstaubmilben, Tierhaare oder Pollen
- Bestimmte Nahrungsmittel, z.B. Kuhmilch oder Erdnüsse. Ein Allergietest kann hier Aufschluss geben.
- Klima: extreme Kälte, Trockenheit oder Schwüle
- Psyche: Stress, Trauer, Aufregung
- Hormone, etwa während einer Schwangerschaft, der Menstruation
- bestimmte Tätigkeiten oder Berufe: feuchte, schmutzige Arbeit

Starker Juckreiz ist eines der Symptome bei Neurodermitis

Die Symptome einer Neurodermitis  treten  häufiger im Herbst und Winter auf, im Frühling und Sommer bessert sich das Hautbild. Eines ist jedoch immer gleich: Die Symptome treten schubweise auf. Hautirritationen, Rötungen, Juckreiz und Trockenheit sind typische Anzeichen von Neurodermitis. Außerdem kann sich die Haut im Gesicht und am Körper verdicken, sodass sie an Leder erinnert. Bei Kleinkindern bildet sich häufig ein Milchschorf. Die betroffenen Hautstellen variieren bei jedem Patienten: Betroffen sein können Augen- und Stirnbereich, Hals, die Beugeseiten der Arme und Beine sowie Hand- und Fußrücken.Die Diagnose beim Arzt und die anschließende Therapie

Vermuten Sie Neurodermitis bei sich? Suche unbedingt einen Arzt auf, um deine Beschwerden abklären zu lassen. Hat der Mediziner andere Hauterkrankungen ausgeschlossen und eine Neurodermitis diagnostiziert, kann die Behandlung beginnen, die in der Regel aus vielen verschiedenen Maßnahmen besteht. In erster Linie zielt sie darauf ab, schädliche Umwelteinflüsse zu meiden und die Haut intensiv zu pflegen. Zudem kommen Medikamente zum Einsatz, die Entzündungen verhindern und die Immunreaktion des Körpers mäßigen sollen.

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Darüber hinaus kannst du in Absprache mit deinem Arzt selbst einiges unternehmen, um einem Schub vorzubeugen bzw. Symptome zu mildern:

Zur Vorbeugung eines Schubs:
1. Ein Bad mit Meersalz – allerdings nur, wenn du keine offenen Wunden hast. Ansonsten einen viertel Liter Milch und einen Esslöffel Öl ins Badewasser geben. Das beruhigt die Haut.
2. Auf Wolle und kratzige Stoffe verzichten. Baumwolle und Leinen eignen sich besser.
3. Eine Tasse Brennnesseltee am Morgen trinken, da er Giftstoffe löst.
4. Entspann dich! Mit Techniken wie Yoga oder autogenem Training könntest du Schübe vermeiden.
5. PH-neutrales und rückfettendes Duschgel benutzen, um die Haut nicht unnötig zu reizen.
6. Wie so oft gilt auch bei Neurodermitis: Eine gesunde Ernährung kann mitunter Wunder bewirken. Ein Esslöffel Brunnenkresse pro Tag soll zum Beispiel das Hautbild verbessern.

Tipps, um den Juckreiz zu mildern:
1. Kürze deine Fingernägel. Damit erschwerst du es dir selbst, die juckenden Stellen aufzukratzen.
2. Den starken Juckreiz mit kühlen Umschlägen mildern.
3. Ringelblumensalbe beruhigt juckende Stellen.
4. UV-Licht unterstützt die Heilung. Gönn dir also ein paar sonnige Momente!

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