Gesundheit & Ernährung

Nebenwirkungen der Pille: Hersteller warnen vor Suizidrisiko

FREITAG, 23.11.2018

Die Antibabypille zählt zu den beliebtesten Verhütungsmitteln. Und dass, obwohl Hersteller vor den möglichen Nebenwirkungen der Pille auf dem Beipackzettel warnen. Jetzt wird diese Liste sogar um zwei neue Punkte ergänzt – darunter ein erhöhtes Suizidrisiko. Wir erklären, was du darüber wissen musst.

Du hast dich für die hormonale Verhütungsmethode in Pillenform entschieden? Dann weißt du bestimmt, dass die Antibabypille Krankheiten wie Thrombose, Schlaganfälle und Brustkrebs begünstigt. Aber war dir auch klar, dass sie Einfluss auf deine Psyche nehmen kann?

Weitere Nebenwirkungen der Pille entdeckt

Schon 2017 kam eine dänische Studie der Universitätsklinik Kopenhagen mit 500.000 Probanden zu dem Ergebnis, dass es einen Zusammenhang zwischen der Pilleneinnahme und einem erhöhten Suizidrisiko gibt. Teilnehmerinnen, die mit der Pille verhüteten, unternahmen demnach doppelt so oft Selbstmordversuche oder begingen Suizid wie Frauen, die auf die Pille verzichteten. Das größte Risiko wurde zwei Monate nach der ersten Einnahme beobachtet, womöglich aufgrund der hormonellen Umstellung am Anfang.

Aufgrund dieser Studie führte die Europäische Arzneimittel-Agentur jüngst eine eigene Risikobewertung der Pille durch. Nun steht fest: Der Beipackzettel wird um zwei mögliche Nebenwirkungen der Pille ergänzt. Und zwar, mit dem Hinweis auf Depressionen, die in der Folge auch zu einem erhöhten Selbstmordrisiko führen können.

Warnung wird verstärkt

Gänzlich neu ist diese Erkenntnis allerdings nicht. Schon jetzt finden sich in vielen Packungsbeilagen Hinweise auf Stimmungsschwankungen und Depressionen, die durch die Pille ausgelöst werden können. Jetzt wird die Warnung aber verstärkt und der Zusammenhang zwischen Depression und Suizidgefahr betont. Ab wann die aktualisierten Beipackzettel im Umlauf kommen, steht bislang aber noch nicht fest.

Antibabypille: Ja oder nein?

Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung greifen rund 22 Prozent der Frauen in Deutschland zu der hormonellen Verhütungsmethode. Bist du auch eine von ihnen, musst du jetzt nicht in Panik geraten. Nicht alle Nebenwirkungen treten auch immer bei allen Konsumenten auf. Auch ist die Pille oft nicht der einzige Grund für das Auftreten einer Depression. Beobachte dich daher selbst ganz genau: Hat sich seit der Einnahme der Pille deine Stimmung verändert? Falls du unter Nebenwirkungen der Pille leidest, suche deinen Gynäkologen auf. Mit ihm kannst du besprechen, ob eine andere Verhütungsmethode oder ein Pillenwechsel für dich infrage kommt.

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Du leidest unter Depressionen? Grund könnte die Einnahme der Antibabypille sein.