Daran erkennst du eine Histaminintoleranz

MONTAG, 16.10.2017

Du reagierst vermeintlich allergisch auf den Verzehr von Käse und Rotwein? Das könnte ein Anzeichen für eine Histaminintoleranz sein. Aber welche Symptome deuten sonst noch auf die Nahrungsmittelunverträglichkeit hin und wie kannst du sie von anderen Krankheiten unterscheiden?

Als Histaminintoleranz wird eine Unverträglichkeit von Nahrungsmitteln mit einem hohen Anteil des Botenstoffs Histamin bezeichnet. Die Aufnahme solcher Lebensmittel führt bei Betroffenen zu  vielfältigen Beschwerden, die denen einer Allergie ähneln. Da die Symptome aber nicht eindeutig zuzuordnen sind, wissen viele überhaupt nicht, dass sie betroffen sind. Hier findest du einen Überblick über mögliche Anzeichen, die auf die Nahrungsmittelunverträglichkeit hindeuten könnten.

Mögliche Symptome der Histaminintoleranz

Die Liste an Beschwerden, die bei einer Histaminunverträglichkeit auftreten können, ist lang. Unter anderen gehören folgende Symptome dazu:

  • Magen-Darm-Probleme wie Bauchkrämpfe, Blähungen, Verstopfung oder Durchfall
  • Juckreiz, Hautrötungen, Schwellungen, Quaddelbildung oder Nesselsucht
  • Atembeschwerden, Hustenreiz und Husten bis hin zu Asthmaanfällen
  • Kopfschmerzen und Migräne
  • Verstopfte oder laufende Nase, Niesen
  • Schwindel, Schlafstörungen und Müdigkeit
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Herzklopfen, Kreislaufstörungen, hoher oder niedriger Blutdruck

Aber aufgepasst: Hierbei handelt es sich um Anzeichen, die nicht nur bei einer Histaminintoleranz auftreten, sondern viele andere Ursachen haben können. Genau diese Tatsache macht es schwierig, die Unverträglichkeit von anderen Krankheiten zu unterscheiden. Sollte eine dieser Symptome oder eine andere Beschwerde aber immer nach dem Verzehr von bestimmten Lebensmitteln mit einem hohen Histamingehalt auftreten, liegt der Verdacht auf eine Unverträglichkeit nahe. In diesem Fall ist es ratsam, den Beschwerden auf den Grund zu gehen.

Histaminhaltige Lebensmittel

Zu den histaminreichen Lebensmitteln zählen unter anderem gereifter Käse, Räucherfisch, Wurstwaren, Wein, Bier, Sekt, Schokolade oder Sauerkraut. Grundsätzlich wird bei allen Lebensmitteln geraten, sie in frischer, ungereifter Form zu verzehren, da sie weniger Histamin enthalten. Nimm also lieber frischen Fisch als den aus der Konserve, Frischkäse anstelle von Schimmelkäse und mach dir die Gemüsepfanne selbst, anstatt auf ein Fertiggericht zurückzugreifen.

Frische Lebensmittel enthalten weniger Histamin als lange gereifte/gelagerte.

Frische Lebensmittel enthalten weniger Histamin als lange gereifte/gelagerte.

Histaminintoleranz – ja oder nein?

Einen Test, mit dem sich die Histaminunverträglichkeit eindeutig nachweisen lässt, gibt es nicht. Aus diesem Grund kann ein Arzt die Diagnose erst stellen, wenn andere Ursachen mit ähnlichen Symptomen ausgeschlossen sind. Ein wichtiges Kriterium, um die Unverträglichkeit zu erkennen, ist der zeitliche Zusammenhang zwischen den Beschwerden und der Nahrungsaufnahme.

Du bist dir nicht sicher, ob du an einer Histaminintoleranz leidest? In dieser Situation ist das Führen eines Ernährungstagebuchs hilfreich, in dem du genau vermerkst, was du wann gegessen hast und welche Symptome sich danach gezeigt haben. Beachte dabei, dass die Beschwerden nicht unbedingt direkt nach der Nahrungsaufnahme auftreten müssen, sondern durchaus einige Stunden zwischen dem Essen und den ersten Symptomen liegen können.

Bauchschmerzen zählen zu den typischen Beschwerden bei einer Histaminintoleranz.

Bauchschmerzen zählen zu den typischen Beschwerden bei einer Histaminintoleranz.

Was tun bei Histaminintoleranz?

Handelt es sich tatsächlich um eine Unverträglichkeit, sollten Betroffene in der ersten Zeit komplett auf histaminreiche Lebensmittel verzichten, damit der Histaminspiegel im Blut sinkt. Experten empfehlen einen Zeitraum von rund 14 Tagen. Danach können in Absprache mit dem Arzt einige Lebensmittel in kleinen Mengen getestet werden. Denn es ist möglich, dass nicht jedes Nahrungsmittel Beschwerden auslöst. Diejenigen, die eine starke Reaktion hervorrufen, sollten aber besser konsequent gemieden werden.

Die gute Nachricht: Bei der Histaminunverträglichkeit handelt es sich oft um eine vorübergehende Erscheinung. Die betroffenen Lebensmittel müssen also nicht unbedingt ein Leben lang vom Speiseplan gestrichen werden!

Woran erkennst du eine Histaminintoleranz?

Histaminintoleranz? Die Kombination aus Käse und Wein kann Beschwerden auslösen.