Zyste an Eierstock oder der Gebärmutter: Grund zur Sorge?

FREITAG, 31.08.2018 Felicia Huber

Eine Zyste – ist das was Schlimmes? Das fragen sich viele Frauen, vor allem wenn Eierstock oder Gebärmutter betroffen sind. Aber keine Sorge: In den allermeisten Fällen handelt es sich hierbei um gutartiges Gewebe. Nur in seltenen Fällen können Zysten im Unterleib gesundheitsgefährdend sein.

Zysten können an fast allen Stellen des Körpers auftreten, wie zum Beispiel an Nieren, Kopf und Brüsten. Bei Frauen kommen sie häufig am Eierstock oder an der Gebärmutter vor. Hier bilden sie sich vor allem kurz nach der Pubertät oder vor den Wechseljahren. Doch was ist eine Zyste überhaupt? Dabei handelt es sich um einen Gewebehohlraum, der mit Gewebewasser, Blut, Eiter oder Talg gefüllt sein kann. Warum Zysten entstehen, welche Symptome auftreten, und wie Zysten an den weiblichen Geschlechtsorganen behandelt werden, erfährst du hier.

Ursachen: Wie entsteht eine Zyste im Unterleib?

Wenn es um Zysten an den Geschlechtsorganen geht, sprich Gebärmutter und Eierstöcke, sind häufig zyklusbedingte Hormonschwankungen die Ursache. Meist handelt es sich bei Zysten im Unterleib um sogenannte Funktionszysten, die zum Beispiel dann entstehen, wenn der Follikel, in dem die Eizelle heranreift, nicht beim Eisprung platzt und stattdessen weiter wächst.

Laut dem Gesundheitsportal des Berufsverbandes der Frauenärzte, Frauenärzte im Netz, sind Funktionszysten in 98 Prozent der Fälle gutartig und bilden sich innerhalb von etwa sechs Wochen von allein zurück. Funktionszysten werden in den seltensten Fällen größer als 10 Zentimeter. Ab dem vierzigsten Lebensjahr steigt dann das Risiko, dass auftretende Zysten bösartig sein könnten. Daher sind regelmäßige Untersuchungen ab diesem Alter sehr zu empfehlen.

Die sogenannte Schokoladenzyste entsteht hingegen infolge einer Endometriose. Dabei siedelt sich Gebärmutterschleimhaut fälschlicherweise im Eierstock an. Dieses Gewebe blutet während der Menstruation. Da es im Eierstock aber nicht abfließen kann, bilden sich blutgefüllte Zysten, die eine bräunliche Verfärbung haben. Sie müssen operativ behandelt werden.

Erkrankungen der Schilddrüse oder Funktionsstörungen der Nebennierenrinde können eine Bildung von Zysten begünstigen.

Zyste im Unterleib: Symptome

Oft werden Zysten erst bei einer Routineuntersuchung entdeckt, da sie meist symptomlos sind. Doch gibt es einige nicht eindeutige Symptome, die auf eine Zyste an der Gebärmutter oder am Eierstock hindeuten können. Ungeachtet dessen, ob Zysten gut- oder bösartig sind, können sie ab einer bestimmten Größe auf die umliegenden Organe drücken, was zu Rücken- und Bauchschmerzen führen kann. Auch Schmerzen beim Sex oder beim Stuhlgang können Symptome einer Zyste im Unterleib sein. Bei einer großen Zyste kann es zudem zu einer Zunahme des Bauchumfangs kommen. In einigen Fällen können Frauen die Zyste auch selber ertasten.

Frau sitzt auf dem Bett und hält sich den Bauch vor Schmerzen

Falls du auch außerhalb deiner Periode an Unterleibschmerzen leidest, solltest du die Symptome bei einem Arzt abklären lassen.

Bei Zysten im Bereich der Gebärmutter und den Eierstöcken kann es zudem zu unregelmäßigen und schmerzhaften Regelblutungen kommen. Solltest du zudem starke, kolikartige Schmerzen im Unterbauch verspüren, könnte dies auf Komplikationen hindeuten. Hier sollte auf jeden Fall schnellstmöglich ein Arzt zurate gezogen werden. Wenn Beschwerden länger anhalten, solltest du die Ursachen ebenfalls bei einem Arzt abklären zu lassen. Aber aufgepasst: Da die Symptome denen von anderen Leiden wie Menstruationsbeschwerden ähneln, kommt es leicht zu Verwechslungen.

Komplikationen durch Zysten

Komplikationen treten bei Zysten recht selten auf. Allerdings ist es möglich, dass eine Zyste im Unterleib platzt. Starke Unterleibsschmerzen sind dann die Folge. Eine Notfallbehandlung in Form einer Operation wird in der Regel jedoch nur vorgenommen, wenn beim Zerplatzen der Zyste ein Blutgefäß in Mitleidenschaft gezogen wurde und daher innere Blutungen verursacht wurden.

Eine weitere Komplikation kann eine sogenannte Stieldrehung darstellen: Hier dreht sich die Zyste einmal um die eigene Achse, wodurch die Blutgefäße, die zu Eierstöcken oder Gebärmutter führen, abgedrückt werden können. In diesem Fall ist eine Notoperation unumgänglich, da die Gefahr besteht, dass Gebärmutter oder Eierstöcke nicht mehr mit Blut versorgt werden und somit absterben. Hinweise auf eine Stieldrehung können starke Unterleibsschmerzen, Übelkeit mit Erbrechen, erhöhter Puls und Schweißausbrüche sein.

Der Gang zum Arzt: Behandlungsmöglichkeiten

Sollten bei dir Symptome auftreten, die auf eine Zyste hinweisen, solltest du in jedem Fall einen Arzt aufsuchen. Ein Ultraschall kann dann unter Umständen auch erste Hinweise darauf geben, ob die Zyste gut- oder bösartig ist. Außerdem können eventuelle Maßnahmen besprochen werden. Sollte eine gutartige Zyste sich nicht von allein zurückbilden oder Beschwerden verursachen, kann der Arzt dir Hormonpräparate verschreiben, die die Rückbildung der Zyste fördern sollen. Auch die Antibabypille wird zur Behandlung von Zysten eingesetzt. Erst nach einer erfolglosen Hormonbehandlung wird eine Zyste unter Umständen operiert. Verzichtet der Arzt auf eine Behandlung, ist eine regelmäßige Überwachung der Zyste zu empfehlen, bis sie sich komplett zurückgebildet hat.

Zyste am Eierstock entfernen

Eine Zyste am Eierstock oder an der Gebärmutter muss nicht zwangsläufig operativ entfernt werden. Die meisten Zysten sind ungefährlich und bilden sich nach wenigen Wochen von selbst zurück. Lediglich im Falle von Komplikationen kommen Patientinnen nicht immer um einen Eingriff herum. Auch Schokoladenzysten infolge einer Endometriose müssen chirurgisch entfernt werden. Die OP erfolgt bei Vollnarkose und zumeist minimalinvasiv. Dabei werden kleine Schnitte am Bauch gesetzt, durch die millimetergroße Instrumente in die Körperhöhle eingeführt werden. Um besser an die Zyste am Eierstock zu gelangen, wird der Unterbauch mit Kohlendioxid aufgebläht.

Die Hohlräume, die oft mit einer harten Schale umhüllt in der Wand des Eierstocks sitzen, können auf diese Weise gut herausgeschält werden, ohne das Gewebe zu verletzen. Als Erstes wird die Zyste im Unterleib geöffnet, um das darin erhaltene Sekret abzusaugen. Anschließend entfernt der Chirurg die leere Hülle und löst sie vom Eierstock. Zu guter Letzt werden die Reste des Gewebes entfernt und der Eierstock vernäht. Für die Fruchtbarkeit besteht keine Gefahr.

Frau hat Bauchschmerzen pin

Viele Frauen bekommen in ihrem Leben mal eine Zyste. Aber was genau ist das?

Persönliche Empfehlung der Redaktion

Eine Zyste an Eierstock oder Gebärmutter ist in der Regel kein Grund zur Sorge, denn die meisten sind nicht gefährlich. Bei starken Unterleibsschmerzen solltest du aber sofort zum Arzt gehen, da dieses Symptom auf eine Komplikation hindeuten könnte. Auch wenn du länger an wenig spezifischen Symptomen leidest, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen, um die Ursache für die Beschwerden abzuklären und sicherzugehen, dass es sich nicht um eine bösartige Gewebeveränderung handelt. Da Frauenärzte Zysten und andere Leiden oft bei einer Routineuntersuchung entdecken, sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen besonders wichtig!