Eine Zyste an Gebärmutter oder Eierstöcken: Grund zur Sorge?

MITTWOCH, 20.12.2017 Felicia Huber

Eine Zyste – ist das was Schlimmes? Das fragen sich viele Frauen, die diese Diagnose vom Arzt bekommen. Aber keine Sorge: In den allermeisten Fällen handelt es sich hierbei um gutartiges Gewebe. Nur in seltenen Fällen können Zysten gesundheitsgefährdend sein.

Zysten können an fast allen Stellen des Körpers auftreten. Beispiele können Nieren, Kopf und Brüste sein. Bei Frauen sind vor allem Eierstöcke und Gebärmutter zu nennen. Hier bilden sie sich vor allem kurz nach der Pubertät oder vor den Wechseljahren. Bei Zysten handelt es sich um Gewebehohlräume, die mit Gewebswasser, Blut, Eiter oder Talg gefüllt sein können. Warum Zysten entstehen, welche Symptome auftreten und wie Zysten an den weiblichen Geschlechtsorganen behandelt werden, erfährst du hier.

Wie kann es zu einer Zyste kommen?

Wenn es um Zysten an den Geschlechtsorganen geht, sprich Gebärmutter und Eierstöcke, sind häufig zyklusbedingte Hormonschwankungen der Auslöser für die Bildung. Auch Erkrankungen der Schilddrüse oder Funktionsstörungen der Nebennierenrinde können eine Bildung von Zysten begünstigen.

In der Regel handelt es sich um sogenannte Funktionszysten, die laut dem Gesundheitsportal des Berufsverbandes der Frauenärzte, Frauenärzte im Netz, in 98 Prozent der Fälle gutartig sind und sich innerhalb von etwa sechs Wochen von alleine zurückbilden. Funktionszysten werden in den seltensten Fällen größer als 10 Zentimeter. Von einer medikamentösen oder operativen Behandlung wird bei dieser Art von Zyste abgesehen – solange keine Komplikationen auftreten. Ab dem vierzigsten Lebensjahr steigt dann das Risiko, dass auftretende Zysten bösartig sein könnten. Daher sind regelmäßige Untersuchungen ab diesem Alter sehr zu empfehlen.

Symptome einer Zyste

Oft werden Zysten erst bei einer Routineuntersuchung entdeckt, da sie meist symptomlos sind. Doch gibt es einige nicht eindeutige Symptome, die auf eine Zyste im Bereich der Gebärmutter und der Eierstöcke hindeuten können. Ungeachtet dessen, ob die Zysten gut- oder bösartig sind, können sie ab einer bestimmten Größe auf die umliegenden Organe drücken, was zu Rücken- und Bauchschmerzen führen kann. Auch Schmerzen beim Sex oder beim Stuhlgang können auf eine Zyste im Unterleib hinweisen. Bei einer großen Zyste kann es zudem zu einer Zunahme des Bauchumfangs kommen. In einigen Fällen können Frauen die Zyste auch selber ertasten.

Bei Zysten im Bereich der Gebärmutter und den Eierstöcken kann es zudem zu unregelmäßigen und schmerzhaften Regelblutungen kommen. Solltest du außerdem starke, kolikartige Schmerzen im Unterbauch verspüren, könnte dies zudem auf Komplikationen hindeuten. Hier sollte auf jeden Fall schnellstmöglich ein Arzt zurate gezogen werden. Zudem solltest du die Ursachen bei einem Arzt abklären zu lassen, wenn die Beschwerden länger anhalten. Aber aufgepasst: Da sie denen von anderen Leiden wie Menstruationsbeschwerden ähneln, kommt es leicht zu Verwechslungen.

Komplikationen durch Zysten

Komplikationen treten bei Zysten recht selten auf. Eine mögliche wäre zum Beispiel das Platzen der Zyste, das starke Unterleibsschmerzen verursachen kann. Eine Notfallbehandlung in Form einer Operation wird in der Regel jedoch nur vorgenommen, wenn beim Zerplatzen der Zyste ein Blutgefäß in Mitleidenschaft gezogen wurde und daher innere Blutungen verursacht wurden. Eine weitere Komplikation kann eine sogenannte Stieldrehung darstellen: Hier dreht sich die Zyste einmal um die eigene Achse, wodurch die Blutgefäße, die zu Eierstöcken oder Gebärmutter führen, abgedrückt werden können. In diesem Fall ist eine Notoperation unumgänglich, da die Gefahr besteht, dass Gebärmutter oder Eierstöcke nicht mehr mit Blut versorgt werden und somit absterben. Hinweise auf eine Stieldrehung können starke Unterleibsschmerzen, Übelkeit mit Erbrechen, erhöhter Puls und Schweißausbrüche sein.

Der Gang zum Arzt und Behandlung

Sollten bei dir Symptome auftreten, die auf eine Zyste hinweisen, solltest du in jedem Fall einen Arzt aufsuchen. Ein Ultraschall kann dann unter Umständen auch erste Hinweise darauf geben, ob die Zyste gut- oder bösartig ist. Außerdem können eventuelle Maßnahmen besprochen werden. Sollte eine gutartige Zyste sich nicht von allein zurückbilden oder Beschwerden verursachen, kann der Arzt dir Hormonpräparate verschreiben, die die Rückbildung der Zyste fördern sollen. Auch die Antibabypille wird zur Behandlung von Zysten eingesetzt. Erst nach einer erfolglosen Hormon-Behandlung wird eine Zyste unter Umständen operiert. Verzichtet der Arzt auf eine Behandlung, ist eine regelmäßige Überwachung der Zyste zu empfehlen, bis sie sich komplett zurückgebildet hat.

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Eine Zyste an Eierstock oder Gebärmutter ist in der Regel kein Grund zur Sorge, denn die meisten sind nicht gefährlich. Bei starken Unterleibsschmerzen solltest du aber sofort zum Arzt, da dieses Symptom auf eine Komplikation hindeuten könnte. Auch wenn du länger an den wenig spezifischen Symptomen leidest, ist es ratsam einen Arzt aufzusuchen, um die Ursache für die Beschwerden abzuklären und sicherzugehen, dass es sich nicht um eine bösartige Gewebeveränderung handelt. Da Frauenärzte Zysten und andere Leiden oft bei einer Routineuntersuchung entdecken, ist die Vorsorgeuntersuchung natürlich besonders wichtig!

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