Das Trennkost-Prinzip: Das steckt dahinter

MONTAG, 18.12.2017

Die Trennkost gehört zu den ältesten und traditionsreichsten Diätformen. Doch, was steckt hinter dem Trennkost-Prinzip? Warum soll man durch die Trennung von Eiweiß und Kohlenhydraten an Gewicht verlieren?

Seit mehr als hundert Jahren gibt es die Trennkost. Das Prinzip wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch den US-Arzt Dr. Howard Hay entwickelt. In Deutschland machte der Mediziner Heinrich Ludwig Walb diese Ernährungsform bekannt. Er war es auch, der den Begriff Trennkost prägte. Die Annahme dahinter: Der Körper könne Eiweiß und Kohlenhydrate nicht gleichzeitig verdauen, dabei würden schädliche Säuren entstehen, beschreibt der Diät-Check von "stern.de" die Trennkost-Idee.

Beim Trennkost-Prinzip werden Lebensmittel in Gruppen eingeteilt. Aber was taugt die Diät?

Beim Trennkost-Prinzip werden Lebensmittel in Gruppen eingeteilt. Aber was taugt die Diät?

So funktioniert Trennkost

Laut der Hayschen Methode entstehen Übergewicht, Bluthochdruck oder Diabetes vom Typ 2 durch eine Übersäuerung des Organismus. Wenn Eiweiß und Kohlenhydrate gleichzeitig aufgenommen werden, soll es zu ungesunden, Säure bildenden Gärungsprozessen im Dünndarm kommen. Der Körper lagere den Überschuss an Säuren ein. Durch eine ausgewogene Ernährung soll sich der Säure-Basen-Haushalt jedoch ins Gleichgewicht bringen lassen.

Kohlenhydrate und Eiweiß müssen getrennt voneinander gegessen werden, fasst "stern.de" die Regeln zusammen. Dazu seien bestimmte Lebensmittel wie Wurstwaren oder Hülsenfrüchte generell verboten. Außerdem sollen die Mahlzeiten pro Tag zu drei Vierteln aus sogenannten Basen bildenden Lebensmitteln bestehen. Dazu zählen vor allem Obst und Gemüse. Nur ein Viertel des täglichen Essens dürfe in Form von "Säurebildnern" wie Fleisch, Fisch, Fetten oder Milch aufgenommen werden.

Mögliche Trennkost-Rezepte sind daher Gemüse-Suppe, Pasta mit Pilzen, Zander mit Sauerkraut, Risotto mit Erbsen oder anderem Gemüse oder mit Mozzarella gefüllte Blätterteigtaschen. Zum Frühstück wäre beispielsweise ein Rührei mit Schnittlauch oder ein grüner Smoothie erlaubt. Spaghetti Bolognese oder Hühnchen mit Kartoffelbrei ist dem Ernährungsprinzip zufolge aber tabu auf dem Speiseplan.

Trennkost-Prinzip in der Kritik

Die Trennkost-Methode hat allerdings nicht nur Anhänger. Viele äußern Zweifel an ihrer Wirksamkeit, halten die Diät sogar für schädlich. "Diese Theorie ist wissenschaftlich nicht haltbar", sagt Prof. Heinrich Kasper von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DEG). "Das Enzymsystem unseres Magen-Darm-Traktes ist so angelegt, dass Eiweiß und Kohlenhydrate problemlos gleichzeitig verdaut werden können. Es findet keine verzögerte Verdauung oder sogar "Gärung" im Darm statt. Außerdem enthalten fast alle Lebensmittel z.B. Milch, Getreide und Hülsenfrüchte, sowohl Eiweiß als auch Kohlenhydrate."

Zur angeblichen Wirkung der Trennkost auf den Verlauf von Krankheiten wie Diabetes mellitus oder bestimmter Nierenleiden schlussfolgert die DEG: "Wer seine Ernährung umstellt und reichlich Obst, Gemüse und Salat verzehrt und gleichzeitig auf große Fleischportionen, fette Wurst, Zucker, Süßigkeiten sowie auf täglichen Alkohol verzichtet, kann den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen – auch ohne Trennkost."

Obst und Gemüse in Herzform

Mehr zum Thema

News aus dem Netzwerk