8 Fragen an Kickbox-Weltmeisterin Marie Lang

DIENSTAG, 02.05.2017

Marie Lang ist Kickbox-Weltmeisterin, Modedesignerin und hat jetzt zusammen mit Gymondo ein Fitnessprogramm entwickelt. Wie man als Frau in einem so männerdominierten Sport besteht, wieso Marie Lang überhaupt mit dem Kickboxen angefangen hat und was sie allen jungen Mädchen mit auf den Weg geben will - das erfährst du in unserem Interview.

Kickbox-Weltmeisterin, Modedesignerin und Entwicklerin eines Fitnessprogramms für Gymondo: Marie Lang hat es geschafft! Wie man sich unter anderem als Frau in der Männerdomäne Kickboxen behauptet, durften wir in einem Interview mit der Profi-Kickboxerin herausfinden. Wir haben aber noch jede Menge weitere Fragen mitgebracht.

Marie, du hast mit 16 angefangen zu boxen. In diesem Alter denken andere Mädchen eher an Jungs, Schminke und ihre Outfits. Was hat dich dazu bewegt, mit dem Kickboxen anzufangen?

Ich habe einen Sport gesucht, bei dem ich mich fit halten kann und der mir gleichzeitig auch noch Spaß macht. Kämpfe bestreiten wollte ich eigentlich nie. Erst als ich mitbekommen habe, wie sich andere auf ihre Kämpfe vorbereitet haben, hat es mich gereizt, auch mal in den Ring zu steigen. Mein erster Amateurkampf war ein Unentschieden. Das hat mich so genervt, dass ich noch einen Kampf machen wollte. Mittlerweile bin ich Profi-Kickboxerin und habe sogar gemeinsam mit GYMONDO mein eigenes Programm SKYBOXING entwickelt, um mein Wissen an andere weiterzugeben.

Frauenboxen gibt es schon lange - aber erst 1994 wurde es offiziell anerkannt. Acht Jahre später hast du mit dem Boxen angefangen. War es schwer, dich in einem so männerdominierten Sport zurechtzufinden?

Kickboxen gab es bereits von Anfang an für beide Geschlechter. Als ich 2003 mit dem Kickboxen begonnen habe, waren zwar schon Mädchen und Frauen beim Training, aber die Männer waren noch in der Überzahl. Mich hat es persönlich nicht abgeschreckt, diesen Sport zu machen. Mein erstes Training war sogar mit einem Mann und ich wurde super aufgenommen. Mittlerweile haben so viele Frauen am Kickboxen Spaß gefunden, sei es aus Fitnessgründen oder wegen der Freude am Wettkampf. Sport verbindet, egal ob männlich oder weiblich.

Hattest du jemals das Gefühl benachteiligt bzw. anders behandelt worden zu sein, weil du eine Frau bist?

Ehrlich gesagt nicht. Nur weil ich eine Frau bin, heißt das ja nicht, dass ich einen Sport nicht genauso gut machen kann wie ein Mann. Nur weil ich optisch nicht danach aussehe oder kein aggressives Auftreten habe, lässt sich ja nicht daraus schließen, dass ich kein Talent habe. Nur weil andere Vorurteile haben, heißt das ja nicht, dass diese auch bestätigt werden müssen.

Marie Lang ist sei 28 Kämpfen ungeschlagen!

Marie Lang ist sei 28 Kämpfen ungeschlagen!

Heute bist du seit 28 Kämpfen ungeschlagen. Das müssen andere erst schaffen! Hattest du jemals das Gefühl, weniger Anerkennung für deine Siege zu bekommen, als männliche Boxer?

Regina Halmich und Dr. Christine Theiss sind doch die besten Beispiele dafür, dass Frauen im Kampfsport erfolgreich sein können. Natürlich gibt es immer schwarze Schafe, die einen als Frau belächeln, wenn man in den Ring steigt. Zum Glück ändern sich meistens die Meinungen, wenn die Leute sehen, dass du im Ring was drauf hast. Das ist für mich ein großer Ansporn und es freut mich natürlich auch, wenn ich den Zweiflern das Gegenteil beweisen kann.

In dem Film ‚Million Dollar Baby‘ lehnt Frankie zuerst ab, Maggie zu trainieren, weil sie eine Frau ist. Hattest du auch das Problem einen Trainer zu finden, der dich in dem Sport Ernst nimmt?

Nein, zum Glück nicht. Durch meinen Umzug nach München und Auslandpraktika habe ich bereits in diversen Studios trainiert und wurde immer herzlich aufgenommen. Im Steko’s Kampfsportzentrum in München sind so viele Mädchen und Frauen beim Training. Frauen werden genauso unterstützt und akzeptiert wie Männer. Wir trainieren alle als Team zusammen. 

Zurzeit wirst du von Pavlica und Mladen Steko trainiert – selbst beide mehrfache Kickbox-Weltmeister. Merkst du einen Unterschied zwischen den Trainings mit Männern und den Trainings mit Frauen?

In meiner Wettkampfvorbereitung trainiere ich sowohl mit Frauen als auch mit Männern. Männer sind von ihrem Kampfstil her oft etwas anders, bauen mehr Druck auf als Frauen. Es ist gut diese Abwechslung ins Training einzubauen, um bestmöglich vorbereitet zu sein.

Du hast Modedesign studiert und bist gleichzeitig Profi-Kickboxerin. Eigentlich zwei komplett gegensätzliche Dinge. Wurdest du wegen deines Studiums jemals in eine Schublade gesteckt, bzw. weniger im Kampfsport geschätzt?

Die meisten sind überrascht, dass ich so gegensätzliche Interessen habe. Aber gerade das zeichnet mich ja auch aus. Für mich sind es zwei Leidenschaften, die sich ergänzen. Beim Modedesign kann ich meiner Kreativität freien Lauf lassen. Beim Kickboxen powere ich mich komplett aus, um nach einem langen Tag den Kopf frei zu bekommen. Ich habe das Glück, dass ich meine beiden Hobbies zum Beruf machen konnte.

Nicht nur Profi-Kickboxerin und Modedesignerin. Marie Lang hat auch ein Programm mit Gymondo entwickelt!

Nicht nur Profi-Kickboxerin und Modedesignerin. Marie Lang hat auch ein Programm mit Gymondo entwickelt!

Zum Abschluss: Was möchtest du all den Mädchen sagen, die mit dem Boxsport anfangen wollen aber zu große Angst haben, weil es ein männerdominierter Sport ist?

Also an alle Mädels da draußen: Fangt mit Kickboxen an! Der Sport ist ein super Ganzkörpertraining und macht einen schönen durchtrainierten Körper. Außerdem lernt ihr euch selbst zu verteidigen und bekommt ein größeres Selbstbewusstsein, das ihr dann auch ausstrahlt. Ganz leicht und von zu Hause aus geht das mit meinem Programm SKYBOXING, das Kickboxen mit Functional Fitness kombiniert. Lasst euch nicht von Vorurteilen Anderer abschrecken. Ihr werdet positiv überrascht sein.   

Marie Lang beim Training.

Marie Lang beim Training.