Schmerzen in der Brust: Mögliche Ursachen

Donnerstag, 19.10.2017

Fast jede Frau kennt das Gefühl: Schmerzen in der Brust. Liegen sie links, also nah am Herzen, sorgen sie schnell für Panik. Aber keine Angst, das Ziehen, Spannen oder Schmerzen ist in den meisten Fällen völlig harmlos. Wir nennen die häufigsten Ursachen für Schmerzen im Brustbereich.

Wenn der Busen empfindlich auf Berührungen reagiert, schmerzt oder die Brustwarzen unangenehm ziehen, steht der Verdacht auf Herzinfarkt oder Krebs bei vielen Betroffenen sofort im Raum. Dabei treten diese Symptome bei Brustkrebs eher selten auf. In den meisten Fällen sind Brustschmerzen auf harmlose Ursachen zurückzuführen. Gehe mit uns auf Ursachenforschung:

Schmerzen im Brustbereich durch Mastodynie

Wenn im Laufe des Zyklus die Brüste schmerzen, spannen oder die Brustwarzen ziehen, hängt das oft mit hormonellen Veränderungen während des Zyklus zusammen. Hierbei kann es während der letzten Zyklusphase vermehrt zu Wassereinlagerungen und einem damit verbundenen Anwachsen der Brüste kommen, erklärt der Berufsverband der Frauenärzte (BVF) auf seinem Gesundheitsportal "Frauenärzte im Netz". Und das kann natürlich Schmerzen in der Brust verursachen. Diese zyklusbedingten Schmerzen sind aber kein Grund zur Sorge und werden medizinisch als Mastodynie bezeichnet. Häufig treten sie als Begleiterscheinung des prämenstruellen Syndroms (PMS) auf.

Auch die Mastopathie verursacht Schmerzen in der Brust

Auch die sogenannte Mastopathie bezieht sich auf gutartige Veränderungen der Brust. Hierbei können im gebärfähigen Alter Schwellungen, Knoten oder Zysten auftreten, die auch schmerzen können. Grund ist eine hormonelle Fehlsteuerung, "genauer ein Überschuss von Östrogen bei gleichzeitigem Mangel an Progesteron", so der BVF. Fast jede Frau zwischen 35 und 55 Jahren sei mehr oder weniger von diesen Veränderungen betroffen. Oft lassen sich Knoten ertasten, die etwa so groß wie ein Kirschkern, gut abgrenzbar und verschiebbar sind. Die Mastopathie tritt in der Regel in beiden Brüsten auf, behandeln lässt sie sich nicht, aber die Schmerzen in der Brust können zum Beispiel durch Gestagen, das in Form eines Gels oder Tabletten verabreicht wird, gelindert werden. Zudem gibt es pflanzliche Präparate, die die körpereigene Produktion von Gestagen fördern sollen.

Zysten können mitunter auch außerhalb einer Mastopathie auftreten. Sie sind in der Regel ebenfalls kein Grund zur Sorge. Die mit Flüssigkeit gefüllten Drüsenläppchen können allerdings ab einer bestimmten Größe Schmerzen in der Brust verursachen. In diesem Fall kann eine Punktion helfen, bei der die Flüssigkeit abgelassen wird.

Hormone, Gewicht & Co.: Weitere Ursachen für Schmerzen im Busen

Darüber hinaus gibt es noch zahlreiche Ursachen mehr, die Schmerzen in der Brust verursachen können:

  • Hormone: Nimmst du die Pille oder verhütest auf andere Weise hormonell? Das könnte die Ursache für deine Schmerzen sein.
  • Schwangerschaft: Die Symptome können bei schwangeren Frauen auftreten, weil erst jetzt die Brustdrüsen vollständig ausreifen.
  • Gewichtszunahme: Zusätzliches Gewicht lagert sich auch in den Brüsten ein und kann entsprechend zu Schmerzen in der Brust führen.
  • Rückenschmerzen: Einige Arten von Rückenschmerz können in die Brust ausstrahlen.
  • Stress: Er erhöht die körpereigene Ausschüttung des Hormons Prolaktin, wodurch die Brüste anschwellen können.
  • Brustentzündung: Eine eher seltene Ursache für die Schmerzen kann eine Infektion durch Bakterien sein.
  • Brustkrebs: Schließlich können Schmerzen in der Brust auch ein Symptom von Brustkrebs sein. Aber: "Sie treten dabei nur sehr selten auf", schreibt die "Apotheken-Umschau".

Droht ein Herzinfarkt?

Wenn du Schmerzen in der Brust hast, vor allem links, fürchtest du Probleme mit dem Herzen? Bleib erst einmal ruhig, nur wenn die folgenden Symptome zutreffen, besteht Anlass zum schnellen Handeln:

  • Die Schmerzen dauern mindestens fünf Minuten an und strahlen in andere Körperregionen
  • Du hast das Gefühl, es wird im Herzbereich eng und du spürst einen heftigen Druck
  • Der Schmerz fühlt sich an wie ein Brennen
  • Übelkeit, Erbrechen, Atemnot und Schmerzen im Oberbauch treten in einem nie zuvor erlebten Ausmaß auf
  • Fahle Gesichtsfarbe und kalter Schweiß sind ebenfalls Anzeichen

Treten diese Symptome auf, ruf sofort den Notarzt.

Hast du Schmerzen in der Brust – egal ob links oder rechts – taste sie regelmäßig selbst ab.

Hast du Schmerzen in der Brust – egal ob links oder rechts – taste sie regelmäßig selbst ab.

Was tun, wenn die Brust zieht und schmerzt?

In jedem Fall solltest du bei Schmerzen in der Brust einen Arzt aufsuchen, um die Ursache gründlich abklären zu lassen. Zudem empfiehlt es sich, die Brüste einmal im Monat selbst zu untersuchen – idealerweise einige Tage nach der Menstruation. Stelle dich dafür vor einen Spiegel und suche nach optischen Veränderungen. Hebe und senke einige Male die Arme: Sieht alles wie immer aus? Danach solltest du den gesamten Brustbereich mit den mittleren Fingern auf Veränderungen abtasten. Wie das funktioniert, haben wir in einer Bildergalerie zusammengestellt.

7 mögliche Gründe für Brustschmerzen

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