Helfen Light-Produkte wirklich beim Abnehmen?

Freitag, 31.03.2017

Fettreduziert, ohne Zucker, leicht – sogenannte Light-Produkte sollen gut für die Figur sein. Aber können sie dieses Versprechen auch einhalten? Ob sich der Kauf lohnt und worauf du unbedingt achten solltest, verriet jetzt eine Expertin.

Die Mehrzahl der Frauen wünscht sich abzunehmen. Deshalb halten sich auch Light-Produkte so gut auf dem Markt: Es gibt zahlreiche Verbraucher, die dem vertrauen, was auf der Packung steht. Wenig Kalorien, voller Genuss. Doch kann das wirklich sein?

Light-Produkte boomen

Laut einer Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach aus dem Jahr 2014 wünschen sich 39 Prozent der Männer und ganze 51 Prozent der Frauen in Deutschland, Gewicht zu verlieren. Ständig sind sie auf der Suche nach der passenden Diät oder gar Zaubermitteln, die ihnen das Abnehmen erleichtern. Sogenannte Light-Produkte kommen da gerade recht. Dank ihnen können Softdrinks oder köstliche Süßspeisen bedenkenlos konsumiert werden – so der Anschein.

Leichte Varianten für leichten Genuss?

Heidrun Schubert, Fachberaterin für Lebensmittel und Ernährung der Verbraucherzentrale Bayern, kennt die Tücken der Produkte. "Apotheken Umschau" zitiert die Expertin: "Zuerst mal muss man sich klarmachen, was der Begriff light überhaupt aussagt. Hersteller dürfen diese Auszeichnung dann verwenden, wenn ein Lebensmittel mindestens 30 Prozent weniger Fett oder Zucker enthält als ein vergleichbares Produkt. Light-Lebensmittel sind deshalb nicht automatisch kalorienarm."

Dass die Rechnung mit den Light-Produkten nicht aufgeht, lässt sich perfekt an zwei Beispielen aufzeigen. Kartoffelchips zählen beispielsweise selbst in der leichten Variante zu den Dickmachern. Zwar sind in ihnen dann 30 Prozent weniger Fett enthalten, die Kalorienanzahl ist dennoch vergleichsweise hoch. Und auch fettreduzierter Joghurt ist kaum geeignet, um Gewicht zu verlieren. Um das fehlende Fett auszugleichen, wird der oftmals mit Zucker schmackhafter gemacht – und das ist bekanntermaßen nicht figurfreundlich.

Ein kritischer Blick ist unerlässlich

Schau aufs Lebensmitteletikett, dann wird dir klar, wie viele Kalorien wirklich in dem Produkt stecken.

Schau aufs Lebensmitteletikett, dann wird dir klar, wie viele Kalorien wirklich in dem Produkt stecken.

Wer wirklich abnehmen möchte, kommt nicht drum herum, einen Blick auf die Inhaltsstoffe von Light-Produkten zu werfen. Hier wird oftmals deutlich, was man vor sich hat. Und Wissen ist der wichtigste Schritt auf dem Weg zum Traumgewicht. Das Problem an den leichteren Lebensmitteln sei nämlich laut Expertin vor allem, dass der Verzehr bei Abnehmwilligen ein gutes Gefühl hervorrufe. Sie haben den Eindruck, weniger Kalorien zu sich zu nehmen und langen deshalb üppiger zu. "Viele essen dann größere Portionen und nehmen am Ende mehr Kalorien zu sich als sie es mit einem normalen Produkt getan hätten", sagt Schubert.

Machen Light-Produkte gar dick?

Erschwerend kommt hinzu, dass viele Forscher sogar noch einen weiteren negativen Effekt vermuten. So haben sie die Befürchtung, dass Light-Produkte kein lang anhaltendes Sättigungsgefühl im Körper auslösen, wodurch die Konsumenten im Endeffekt mehr essen. Besonders problematisch sind die Lebensmittel, bei denen Zucker durch künstliche Süßungsmittel ersetzt wird. Aspartam oder Saccharin stehen im Verdacht, Heißhungerattacken auszulösen. Und auch Softdrinks seien mit Vorsicht zu genießen. "Gelegentlich halte ich das für unproblematisch", meint die Expertin und führt weiter aus: "Trotzdem sollte zuckerfreie Limo oder Cola niemals das Wassertrinken ersetzen." Denn ein hoher Konsum würde dazu führen, dass sich der Körper an die starke Süße gewöhne und somit einen natürlichen Zuckergehalt nicht mehr richtig wahrnehmen könne.

Der übermäßige Konsum kann sogar schaden

Wer gesund leben will, sollte selber mit frischen Zutaten kochen.

Wer gesund leben will, sollte selber mit frischen Zutaten kochen.

Bedenklich ist außerdem, dass Light-Produkte oftmals auch mit anderen und gesundheitsschädlichen Zusatzstoffen versehen werden, damit sie dem Konsumenten schmecken. So seien häufig Geschmacksverstärker oder Emulgatoren enthalten, die Aroma und Konsistenz verbessern. Das Produkt schmeckt dann zwar besser, doch der Körper dankt es nicht. Insbesondere Allergiker sollten deshalb auf der Hut sein und sich das Lebensmitteletikett genauestens durchlesen.

Den Süßmitteln wird noch ein weiterer negativer Effekt auf die Gesundheit nachgesagt. Forscher fanden heraus, dass ein hoher Konsum künstlicher Süße der Darmflora und Nierentätigkeit Schaden zufügen kann. Was lernst du daraus? Anstatt zu Light-Produkten zu greifen, solltest du dich bewusst ernähren und selbst bestimmen, was auf deinem Teller landet – und das geht nun mal am besten, indem du dich an den Herd stellst. Da braucht es keine künstliche Süße oder Geschmacksverstärker, denn frische Lebensmittel entfalten ihre Kraft durch natürliche Aromen. 

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Light-Produkte täuschen Verbraucher oftmals.

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31.03.2017 14:29
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