Schamlippen operieren? Das solltest du wissen!

Mittwoch, 08.03.2017

Nasen- oder Brust-OPs im Namen der Schönheit sind keine Besonderheit mehr.  Immer mehr Frauen fragen sich allerdings, ob ihre Vagina schön ist und legen sich für die vermeintlich perfekten Schamlippen unter das Messer. Während die ersten beiden genannten OPs kein Tabuthema mehr sind, ist eine Veränderung des Intimbereichs nicht wirklich etwas, das in der Öffentlichkeit besprochen wird. Hier findest du wichtige Informationen zur OP.

Eine Schamlippen-Operation gehört zu den klassischen Schönheitseingriffen. Denn manche Frauen leiden unter dem Aussehen ihrer Vagina. Sind die Schamlippen etwa zu groß, ist eine Behandlung nicht nur aufgrund der Optik üblich. Was für einen Eingriff spricht und was Betroffene wissen müssen, liest du hier.

Das intime Schönheitsideal

Seit geraumer Zeit ist der weibliche Schambereich anhand vermeintlicher ästhetischer Kriterien messbar geworden. Das liegt unter anderem daran, dass Frauen ihn rasieren und so die klassischen Merkmale offenlegen. Doch auch die Darstellung der Vagina in Pornos hat dazu geführt, dass die Optik in gewisser Weise in den Fokus geraten ist. Zuschauerinnen fragen sich, warum ihre Scheide nicht so aussieht, wie die der Darstellerin und empfinden Unzufriedenheit. Zumeist liegt es daran, dass sie ihre eigenen Schamlippen als zu groß erachten. Das betrifft vor allem die Frauen, deren innere Schamlippen länger sind als die äußeren.

Wenn selbst enge Hosen schmerzen, ist es möglicherweise sinnvoll, die Schamlippen zu operieren.Wenn selbst enge Hosen schmerzen, ist es möglicherweise sinnvoll, die Schamlippen zu operieren.

Wenn selbst enge Hosen schmerzen, ist es möglicherweise sinnvoll, die Schamlippen zu operieren.

Warum lassen sich Frauen ihre Schamlippen operieren?

Prof. Dr. Borges weiß genau, was Frauen an ihrem Intimbereich stört. Der plastische Chirurg führt laut "Stylebook" regelmäßig Schamlippen-OPs durch. Die Mehrzahl seiner Patientinnen wünscht sich tatsächlich eine Verkleinerung der inneren Schamlippen. Ist das wirklich notwendig? Laut dem Mediziner in gewisser Weise schon. Zum einen seien die Frauen aufgrund ihrer Unzufriedenheit stark in ihrem Leben eingeschränkt. Sie trauen sich nicht, im Bikini am Strand zu liegen oder baden zu gehen – geschweige denn, eine intime Beziehung einzugehen.

Zum anderen sei auch aus medizinischer Sicht mancher Eingriff sinnvoll. Denn: Sind die inneren Schamlippen zu lang, ist die Vagina anfälliger für Infektionen, da sich in den Hautfalten Bakterien besser vermehren können. Außerdem empfinden Betroffene oftmals Schmerzen – etwa beim Fahrradfahren, Reiten, bei eng sitzenden Hosen und beim Sex, wenn zu großer Druck auf die Schamlippen ausgeübt wird.

Ablauf einer Schamlippen-OP

Die Schamlippen zu operieren, ist kein großer Eingriff. Er wird ambulant unter örtlicher Betäubung durchgeführt und ist nach rund einer Stunde abgeschlossen. Dabei werden die überschüssigen Schleimhäute mit einem Skalpell entfernt und vernäht. Danach darf die Frau schon wieder den Heimweg antreten. Angeblich soll der Intimbereich danach sogar nicht mal schmerzen. So sei lediglich am Abend, nachdem die Schamlippen operiert wurden, mit einem Spannungsgefühl zu rechnen. Die Einnahme von Schmerzmitteln mindert dieses Gefühl und beugt Entzündungen vor. Die Heilung geht schnell vonstatten, so Borges, denn Schleimhäute regenerieren sich zügig. Schon nach einer Woche könnten die Fäden gezogen werden. Trotzdem sei es wichtig, auf sich achtzugeben. Prof. Dr. Borges rät: "In den ersten zwei, drei Wochen nach dem Eingriff sollte die Patientin sich nicht überanstrengen, keinen intensiven Sport treiben und Geschlechtsverkehr vermeiden."

Vor dem Eingriff ist eine individuelle Beratung unerlässlich.

Vor dem Eingriff ist eine individuelle Beratung unerlässlich.

Gibt es Risiken?

Wie bei jeder Operation – das ist bei Schamlippen-OPs nicht anders – gibt es auch hier Risiken, selbst wenn der Eingriff keine große Sache ist. Laut Borges gehören dazu vor allem Vernarbungen oder Narbenschmerzen. Dabei sei es besonders wichtig, dass der behandelnde Arzt die Nähte korrekt setzt und nicht zu viel Spannung aufbaut. Denn werden sie zu fest gezogen, drohen Einschränkungen in der Bewegungsfreiheit, weil die Haut spannt. Das ist insbesondere der Fall, wenn zu viel Haut weggeschnitten wurde. Umso wichtiger ist es, sich einen Arzt zu suchen, der auf diesen Eingriff spezialisiert und routiniert ist. Denn insbesondere im Intimbereich ist Präzisionsarbeit gefragt – und die kann nur ein Fachmann korrekt durchführen. Erfahrungen in der Intim-Chirurgie sind demnach unerlässlich.

Schamlippen operieren: Eine teure Angelegenheit

Über den Ablauf und die Risiken weißt du nun bescheid, aber ist es auch teuer, sich die Schamlippen operieren zu lassen? Die Kosten hängen davon ab, was der Arzt machen muss. Dr. Borges weiß, dass eine Schamlippen-Verkleinerung zwischen 1.800 und 3.500 Euro kostet. Ist die Frau jedoch durch die überschüssige Schleimhaut in ihrem Leben eingeschränkt, besteht die Möglichkeit, dass die Krankenkasse die Kosten übernimmt. Genaueres sollte jedoch in einem individuellen Gespräch ermittelt werden.

Immer mehr Frauen fragen sich, ob ihre Vagina schön ist.

Immer mehr Frauen fragen sich, ob ihre Vagina schön ist und legen sich für die vermeintlich perfekten Schamlippen unter das Messer. 

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08.03.2017 20:38
http://www.ch.fem.com/var/fem/storage/images/gesundheit/artikel/das-musst-du-ueber-schamlippen-op-wissen/841235-1-ger-DE/schamlippen-operieren-das-solltest-du-wissen_contentgrid.jpg
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